4.11.16

In der ersten Reihe sieht man Meer

von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Alexander Klein, Familienvater in den besten Jahren, plant mit sehr gemischten Gefühlen einen Familienurlaub an der Adria: mit Frau, halbwüchsigen Kindern, seiner frustrierten geschiedenen Schwester und seinen Eltern. Am Tag vor der Abreise trinkt er etwas zu viel Alkohol und schläft erschöpft ein, ohne fertig gepackt zu haben – nur um in seinem Jugendzimmer von der jüngeren Ausgabe seiner Mutter geweckt zu werden. Anscheinend befindet er sich in einem sehr realen Traum, aus dem er einfach nicht erwachen kann… und solange er der Traumwelt nicht entfliehen kann, muss er als etwas pummeliger, pickliger Teenager seinen ersten Urlaub an der Adria mit seinen Eltern, seiner inzwischen toten Oma und seiner älteren Schwester noch einmal erleben. Dabei erlebt er ein Klischee nach dem anderen neu, jetzt aber aus der Sichtweise des älteren, lebenserfahrenen Mannes, der er eigentlich inzwischen ist.
Es ist gleichzeitig eine Zeitreise in die Siebzigerjahre, in eine Welt ohne Handys, aber mit Transistorradios, mit politischen Unkorrektheiten, Coccobelli und sonnenverbrannten deutschen Touristen, die sich wie die Ölsardinen an den Strand der Adria quetschen. Eine Zeit der Skepsis allem Einheimischen gegenüber, seien es nun die Menschen oder das Essen. Ist man selbst früher mit den Eltern an die Adria gefahren, wird man vieles wiedererkennen und darüber schmunzeln müssen. 

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