von Michael Wallner München nach dem ersten Weltkrieg. Politisch herrscht ein heilloses Durcheinander: Arbeiter- und Soldatenräte versuchen die Macht zu ergreifen, während konservative und deutschnationale Kräfte zur Gegenwehr ansetzen.
Am Schwabinger Krankenhaus operiert die junge Ärztin Julie Landauer Tag und Nacht Kriegsverletzte und Invaliden, die von den Schlachtfeldern in die Heimat zurückgebracht wurden. Sie flüchtet sich von einer Affäre in die nächste. Bis sie dem liberalen Zeitungsredakteur Karl Kupfer begegnet, dessen unheilbar an Diabetes erkrankte Frau Nina sie behandelt. Den Mann einer Patientin zu lieben, ist absolut tabu für Julie – und doch kann sie ihre Gefühle ebenso wenig ersticken wie Karl Kupfer dies vermag, der sich von der jungen Ärztin magisch angezogen fühlt. Als sich Nina Kupfers Zustand dramatisch verschlechtert, gibt es für sie nur eine Rettung: Sie muss nach Marseille gebracht werden, wo gerade eine revolutionäre Therapie gegen Diabetes entwickelt wurde. Wider alle politischen Hindernisse kann Nina nach Südfrankreich ausgeflogen werden, wo sich ihr Gesundheitszustand rasch bessert. Karl indessen, der Sorgen um seine Frau enthoben, wird von einer verzehrenden Sehnsucht nach Julie ergriffen. Unter einem Vorwand reist er Hals über Kopf zurück nach München. Für einen Augenblick scheint es, als ob Julies und Karls heimliche Liebe Erfüllung finden könnte – doch dann reißt das Schicksal die beiden grausam auseinander …
Fazit:
Der Roman ist vielschichtig, er spielt auf der politischen und medizinischen, aber vor allem auf der emotionalen Ebene. Die Liebe Karl Kupfers zu seiner Frau, zu seinem Sohn aber vor allem zur Ärztin Julie wird in vielen Facetten gespiegelt.
Empfehlung:
„Der Flug nach Marseille“ ist eine dramatische Liebesgeschichte, mit der man nicht nur die romantischen Ansprüche bedienen kann, sondern auch die der geschichtlich bzw. medizinisch Interessierten. Dieses Buch werde ich mit Sicherheit vielen Lesern in die Hand drücken.
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