17.3.17

Rosenkind

von Ingrid Hedström
Oktober 2015 (Bloomsbury), 464 Seiten

Der Diplomatin Astrid Sammil steht eine steile Karriere im schwedischen Außenministerium bevor, als sie auf einer Party ihren Mann in flagranti mit der Außenministerin höchstpersönlich ertappt, aus Eifersucht und verletzter Eitelkeit einen Skandal heraufbeschwören will und deswegen selbst aus dem Verkehr genommen wird. Nun zieht sie sich auf dem alten Hof ihres Onkels, den sie kürzlich geerbt hat, mitten in die Wälder Schwedens zurück, um ihre Wunden zu lecken und sich neu zu sammeln.

Hier entdeckt sie unter den alten Sachen ihres Onkels eine Mütze, die sie wiederzuerkennen glaubt: Sie gehörte Mikael, einem Jungen, der während ihrer Kindheit unter mysteriösen Umständen von einem Nachbarhof verschwand und nie wiedergefunden wurde. Hatte ihr lieber, etwas zurückgezogen lebender Onkel denn etwas mit seinem Verschwinden zu tun? Astrid möchte diskret mehr darüber herausfinden und macht sich auf, die Schwester des Verschwundenen zu suchen. Wenige Tage nach ihrem ersten Treffen stirbt auch diese, durch einen als Unfall getarnten Mord. Während sich die Schlinge um Astrid selbst immer enger zuzieht und sie mehreren Anschlägen nur knapp entkommt, deckt sie immer mehr einer dunklen Seite der schwedischen Nachkriegsgeschichte auf und entdeckt, dass dieser Fall auch aktuelle Verbindungen zum Osten Europas aufweist…

Mein Fazit:
Die beruflichen Erfahrungen der Autorin als Psychologin und Auslandskorrespondentin fließen in das Buch ein, es ist reich an fundierten Fakten, tabuisierten Themen und interessanten Kapiteln der Vergangenheit, die dem spannenden Fall noch zusätzlich Würze verleihen.

Evi Weissteiner, Stadtbibliothek Bruneck


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen