27.10.17

Gejagt

von Thomas Enger

Henning Juul will endlich genau wissen, wer seine Hände mit im Spiel hatte, als sein Sohn vor einigen Jahren bei einer Brandstiftung ums Leben kam. Um herauszufinden, wer ihm damals Böses wollte und seine Wohnung angezündet hat, nimmt er unbezahlten Urlaub und begibt sich tief in das kriminelle Milieu Oslos hinein, ja: er lässt sich sogar auf eine Art Fight Club ein, um an Informationen heranzukommen. Inzwischen macht sich Nora, seine Ex und Mutter von Jonas, auf die Spur ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Hella. Diese hatte einen dreiwöchigen Urlaub fingiert und ist seitdem verschwunden. Der Ehemann möchte, dass die Zeitungen über Hellas Verschwinden schreiben, da er sich dadurch Hinweise aus der Bevölkerung auf Hellas Aufenthalt erhofft. Hellas übrige Familie möchte jedoch so wenig wie möglich mit den Medien zu tun haben und empfängt die Journalistin Nora auch dementsprechend unterkühlt. Bald entdeckt Nora, dass Hellas Cousin mehr zu wissen scheint, als er zugibt – und dass Hella in Schweden war, als dort gleichzeitig ein unaufgeklärter Mord begangen wurde. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Henning entgeht nur knapp einem Mordanschlag, auf Nora wird geschossen, Hellas Koffer wird auf dem Meeresgrund gefunden, und von Hella selbst fehlt noch immer jede Spur…
Wer die anderen drei Bände von Thomas Engers spannender Serie gelesen hat, erhoffte sich nun vielleicht die Aufklärung des einen großen Falls, der Henning Juul persönlich so getroffen hat und welcher sich seit Band eins im Hintergrund durch jedes der Bücher zieht. Auch wenn diese Hoffnung nicht ganz erfüllt wird, lässt der Krimi an Spannung keine Wünsche offen, auch diesmal fiebert der Leser wieder mit. Und vielleicht ist es ja auch ganz gut so – sonst könnte man sich nicht schon jetzt wieder auf die Fortsetzung freuen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen