30.3.18

Lied der Weite

von Kent Haruf

Beschreibung:
Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Die siebzehnjährige Victoria Roubideaux ist schwanger. Den Vater des Kindes, eine Sommerliebe, kennt sie kaum. Aber sie will das Kind unbedingt zur Welt bringen, auch wenn ihre Mutter sie deswegen aus dem Haus geworfen hat. Durch die Vermittlung ihrer Lehrerin Maggie Jones kommt Victoria auf der Farm von Raymond und Harold McPheron unter, zwei rauhbeinigen, unverheirateten alten Viehzüchtern, die mehr Ahnung von Kühen als von Menschen haben. Doch je größer Victorias Bauch wird, desto weniger klar wird gleichzeitig, wem mit diesem Arrangement mehr geholfen ist: dem Mädchen oder den alten Herren.
Und dann gibt es auch noch die Lehrerin Maggie, die ihren betagten Vater pflegt, und in ihren Lehrerkollegen Tom Guthrie verliebt ist. Dieser wiederum muss sich allein um seine beiden Söhne kümmern, seit seine Frau und Mutter der Kinder die Familie verlassen hat. Davon erzählt auf ergreifende Weise Kent Harufs bekanntester Roman.

Fazit:
Das Lied der Weite, im Original „Plainsong“, ist Harufs bekanntester Roman und erschien auf Deutsch bereits im Jahr 2001 im Goldmann Verlag, jedoch ohne größere Beachtung zu erlangen. Das wird sich nach der Verfilmung von „Unsere Seelen bei Nacht“ und der Übernahme durch den Diogenes-Verlag wohl ändern.
Harufs Erzählstil ist einfach und nüchtern. Er beschreibt seine Protagonisten klar und deutlich, aber ohne ihre Gefühle zu schildern. Die muss der Leser selbst entwickeln. Jeder dramatischen Familiensituation steht immer wieder ein herzensguter Mitmensch von außerhalb beiseite. In diesem Buch sind es die Mütter, die ihre Familien im Stick lassen. Aber immer gibt es Hilfe und Unterstützung von einer anderen, unerwarteten Seite. 
Empfehlung:
Kent Haruf steht für eine angenehme, berührende Lektüre und hat absolutes Suchtpotential. Seine Bücher (und es werden jetzt wohl alle übersetzt werden) dürfen in keiner Bibliothek fehlen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen