7.4.19

Das Gewicht eines Pianos

von Chris Cander

Beschreibung:
Die neunjährige Katya wächst im Russland der 1960er-Jahre in ärmlichen Verhältnissen in der Nähe von Moskau auf. Jede Nacht lauscht sie den eindringlichen Klaviersonaten des Mansardenbewohners. Er sei ein Ungeheuer, sagt man, ein geflohener SS-Scherge. Als der blinde Deutsche stirbt, erbt Katya sein Klavier, ein Blüthner-Piano. Katya lässt sich nun zur Konzertpianistin ausbilden. Nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihres Sohnes immigriert die kleine Familie- gegen Katyas Willen - nach Amerika. Das Blüthner-Piano soll über Umwege auch nach Amerika geliefert werden. Dort aber kommt es erst nach vielen Jahren harten Wartens an.
Clara ist Automechanikerin in der Nähe von L.A. Ihre Eltern sind bei einem Brand ums Leben gekommen, und ihre wichtigste Erinnerung ist das geerbte Blüthner-Piano.
Clara hasst es, denn sie hat keine Verbindung zur Musik. Aber es ist das Einzige, was ihr von ihrem Vater blieb.

Fazit: 
Die beiden Frauen trennen zwei Welten und eine Generation. Die Frage, wie sie durch das Piano verbunden sein können, zieht sich durch das ganze Buch. Die Geschichte der Russin Katya ist eine tragische; durch den Verlust ihres Pianos und das quälende Heimweh nach ihrer Heimat und ihren Eltern kann sie sich in Amerika nicht einleben. Clara leidet seit dem Tod ihrer Eltern unter Verlust- und Bindungsängsten.
Während der russische Strang der Geschichte durchaus reizvoll zu lesen ist, ist der kalifornische Erzählstrang für meinen Geschmack schon sehr „amerikanisch“. Die Pointe ist bald absehbar, es muss nur noch geklärt werden, ob Clara sich nun für ihren Langzeitfreund Peter oder für den undurchschaubaren Greg entscheidet.

Empfehlung:
Liebhaberinnen amerikanischer Liebesromane werden diesen Roman mögen. Angenehme, leicht zu lesende Lektüre. 

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