14.8.20

Nicht so das Bilderbuchmädchen

von Agnes Ofner
Juli 2019 (Jungbrunnen-Verlag), 180 Seiten

Zara kann von ihrem Zimmer aus in das Zimmer von Sam sehen. Der in etwa gleichaltrige Junge ist oft traurig und weint. Sie macht sich Sorgen, will helfen, weiß aber nicht wie. Die abwechselnd aus der Perspektive von Zara und Sam erzählte Geschichte befasst sich mit den großen Themen Pubertät und Selbstfindung, ist gleichzeitig aber eine warmherzige Freundschaftsgeschichte weit ab von WhatsApp und Instagram. Ganz altmodisch, mit Zetteln im Fenster kommunizieren die beiden miteinander. Und das ist kein leichtes Unterfangen für die resolute Zara, die ganz nebenbei ihren Angebeteten Josef erobern will und die zunehmend komplizierter werdende Freundschaft mit Miriam wieder in gewohnte Bahnen bringen will. Sam will sich keinesfalls mit Zara treffen, und das hat Gründe, die Zara nach und nach klar werden. Sam ist nämlich eigentlich ein Mädchen. Kein Bilderbuchmädchen, aber ein Mädchen. Aktuelles Thema, wunderbares Buch, das hoffentlich für den Jugendliteraturpreis nominiert wird.

Mein Fazit:
Sehr sensibel gemachte, wunderbar erzählte Geschichte zum Thema Identität.

Empfehlung:
Ein Muss im Jugendbuchbereich!

Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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