Eine feinfühlige „Familien-Freundschafts-Liebes-Selbstfindungsgeschichte voller Poesie“ nennt Rezensentin Christine Knödler Nikola Huppertz' Buch über einen Jungen namens Malte, der Zahlen liebt und Gedichte zu lieben lernt. In die heile Einzelkind-Welt bricht seine 16-jährige Halbschwester Josefine wie ein Taifun herein. Aufgrund der Krebserkrankung ihrer Mutter und der damit verbundenen Reha muss sie für ein paar Wochen zu ihrem Vater und besucht die Schule, die auch Malte besucht.
Maltes Welt besteht bis dato aus Mama, Papa und Zahlen – jetzt gibt es eine motzende, Schule schwänzende „Schwester“ dazu. Als einziger seiner Schule hat er sich für die Landesrunde qualifiziert. Sein Ziel lautet: Gewinnen! Also: Training, Training, Training. Doch wie bitte soll man sich auf Mathe konzentrieren, wenn die schräge Schwester, die aus allen Rahmen fällt, einem das Leben schwer macht? Zu allem Überfluss taucht auch Konkurrenz in Form von Lale in seiner Mathe-AG auf. Die ist nicht nur eine ernstzunehmende Konkurrentin, sondern auch noch „schön wie die Acht“ und bringt das letzte bisschen Sicherheit zum Einsturz. Als ihm alles zu viel wird und er die Olympiade hinschmeißen will, liest ihm ausgerechnet Josefine mal ordentlich die Leviten.Mein Fazit:
Ist das ein Kinderbuch? Die Hauptfigur macht uns das glauben, ebenso das Cover. Die 16-jährige Halbschwester macht es aber zum Jugendbuch, und irgendwie ist es auch ein Buch für Erwachsene. Und nicht umsonst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Empfehlung:
Kaufen!
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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