Juli 2021 (Fischer KJB), 256 Seiten

Meg Rosoff schafft es meisterlich, eine Idylle zu zeichnen, in der man sich als Lesende*r einfach nur wohlfühlt. Ich für meinen Teil wünsche mir einzutauchen in den Familienurlaub, ich will mit den Protagonist*innen auf der Terrasse sitzen, essen, reden, Hochzeitsvorbereitungen treffen und mich einfach wohlfühlen. Aber Meg Rosoff wäre nicht Meg Rosoff, würde ihr das genügen.
Schnell bekommt die Idylle tiefe Risse, die man lange nicht wahrhaben will, weil man sich doch alles so schön redet. Aber was schreibe ich. Eine Familie mit drei Töchtern macht Sommerurlaub in einem Haus am Meer, mit dabei ein junges Pärchen, das am Ende des Sommers heiraten möchte, und zwei ganz junge Männer. Kit, der (zu) Schöne, wickelt alle um seinen Finger, Hugo, der komplett Asoziale, zumindest die Ich-Erzählerin, von der mir lange nicht klar war, dass sie eine Frau ist. Der viel zu Schöne löst mit seiner toxischen Männlichkeit eine Schlammlawine aus, die alles und jeden unter sich begräbt.Mein Fazit:
Zu schade, um „nur“ ein Jugendbuch zu sein.
Empfehlung:
Für alle, die sich gerne selber einen Reim auf die Dinge machen, für Shakespeare-Freunde (nicht zwingend notwendig), für Menschen in toxischen Beziehungen (passiert nicht nur euch), für den Sommerurlaub, für jedermann und jederfrau.
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck
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