30.9.16

Eine Buchhandlung auf Reisen

von Christopher Morley 

Roger Mifflin ist stolzer Eigentümer eines Gefährtes, sinnigerweise Parnassus – Berg und Heimat der Musen - genannt, das als fahrende Buchhandlung ausgestattet ist. Damit reist er, in gemächlichen Tempo, denn der Wagen wird von einem treuen Pferd gezogen, durchs Land. Er klappert kleine Städte und Dörfer, vor allem auch die Farmen im Umland von New York ab. Roger Mifflin hat nämlich nicht bloß einen Job, sondern vielmehr eine Mission: Er ist Buchhändler aus tiefster Überzeugung. Denn er glaubt felsenfest daran, dass gute Bücher das Leben bereichern, schöner und erfüllter machen. Voraussetzung dafür ist, dass das Buch zum Menschen passt. Ist es zu schwierig, wird der Leser überfordert und verliert die Lust am Lesen; ist es zu einfach, bleibt es banal. Mister Mifflin wägt daher sorgfältig ab, wem er welches Buch verkauft.
Doch nun ist er des Reisens müde. Er möchte selbst ein Buch schreiben und will die fahrende Buchhandlung verkaufen. Dazu sucht er Andrew McGill auf, einen Büchernarren, der selbst ein Buch verfasst hat und darüber die Arbeit auf seiner Farm so ziemlich vernachlässigt. Sehr zum Leidwesen seiner Schwester Helen. Sie ist es, die Mister Mifflin die Buchhandlung kurz entschlossen abkauft; und sie ist es, die genauso kurz entschlossen aufbricht, um nun selbst Bücher zu verkaufen. Soll Andrew schauen, wo er ohne ihre Hilfe bleibt. Das Abenteuer kann beginnen.

Wer dieses Buch liest, wird des Öftern schmunzeln: über den cleveren Mister Mifflin, den sturen Andrew, die trotzig-mutige Helen. Ein amüsantes, kurzweiliges, herzhaft kitschiges und dennoch ernsthaftes Buch über die Liebe zu Büchern und ihren Wert im Leben. Kurzum: eine absolut passende Lektüre für einen entspannten Leseabend.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen