1.2.19

Keinland

von Jana Hensel

Nadja, eine Journalistin aus Berlin, Mitte 30, bekommt den Auftrag vom Chefredakteur, eine Reportage über Länder zu schreiben, wo es Mauern gibt. Da sie aus der DDR stammt, kennt sie sich ja mit Mauern aus. Eine der Stationen ihrer Reise ist Israel. Im Laufe ihrer Recherchen trifft sie auf den aus Frankfurt gebürtigen Unternehmer Martin Stern, der in Tel Aviv lebt. Sie vereinbaren einen Interviewtermin. Sie reist nach Tel Aviv und verliebt sich in ihn. Martin ist ein attraktiver Mann, Mitte 50, der schon mit unzähligen Frauen zusammen war, doch bei keiner ist er geblieben. Er ist Sohn von Holocaustüberlebenden, die später aus dem kommunistischen Polen fliehen mussten. Die Romanhandlung setzt ein Jahr später ein, an dem Tag, als Martin sie verlässt. In Rückblenden wird ihre Liebesgeschichte erzählt. Die beiden reisen durch Israel und kommen sich näher. Es geht in diesem Debütroman um Nähe, um Heimat und um das durch die Geschichte belastete Verhältnis zwischen Juden und Deutschen. Wo gibt es einen Ort auf der Welt, wo man gemeinsam leben kann, falls das überhaupt möglich ist. Der Titel „Keinland“ ist eine Metapher für diese Suche nach einem Ort, der so etwas wie Heimat sein kann. Gibt es für die beiden eine Zukunft? Am Ende wissen wir: leider nein, auch wenn man es ihnen wünschen würde.
Ein leiser Roman, der mit schönen Bildern von einer unglücklichen und unmöglichen Liebe erzählt. Ein Buch für geübte Leserinnen und Leser und eher für größere Bestände geeignet! MF

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