27.2.15

Und auch so bitterkalt

von Lara Schützsack

Lucinda ist schön, abenteuerlustig und leuchtet wie ein Stern. Sie scheint in einer anderen Welt zu leben. „Ich will eine Muse sein. Musen lieben nicht, sie werden geliebt“, sagt Lucinda von sich selbst. Sie wird von ihrer kleinen Schwester Melina vergöttert, denn Lucinda verbringt sehr viel Zeit mit ihr und erklärt ihr die Welt. Doch wenn es um Jungs geht, ist Malina ausgeschlossen. Und Lucinda hat eine faszinierende Wirkung auf das männliche Geschlecht. Aber sobald die Jungs mit Lucinda im Keller verschwinden, wagt sich keiner mehr in ihre Nähe. Als Lucinda Jarvis kennen lernt, scheint die Welt stillzustehen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Lucinda jedoch spielt ihre Macht über Jarvis aus und fordert ihn immer mehr heraus. Bis eines Tages die Situation eskaliert und das Schlimmste passiert: Jarvis begeht Selbstmord. Lucinda verschwindet immer mehr in ihrer eigenen Welt und verweigert konsequent die Nahrungsaufnahme. Ihre Eltern müssen verzweifelt zusehen, wie sie ihre Tochter verlieren.

20.2.15

Schnee kommt

von Bernhard Aichner

Valentin gerät auf der verschneiten Straße plötzlich ins Schleudern. Sein LKW schlittert ungebremst über den Asphalt, walzt dabei die Kabine der Tunnelmautstation nieder und kommt erst zum Stehen als er sich im Tunneleingang verkeilt. Fast zeitgleich geschieht im Tunnel ein zweiter tragischer Unfall, bei dem sich ein Auto überschlägt und zwei weitere miteinander kollidieren. Der Kunsthändler Maurice ist auf der Stelle tot. Der Arzt Bertram bleibt im Auto eingeklemmt. Alle anderen Beteiligten sind wie durch ein Wunder unverletzt. Da ist Suza, eine „blinde“ Fotografin, Claudia, Bertrams Ehefrau und Walter, ein depressiver Polizist. Unter Schock versuchen sie zunächst Hilfe zu holen, doch es gibt weder Handyempfang noch funktionierende Notrufsäulen.

13.2.15

Ein ganzes Leben

von Robert Seethaler 

Beschreibung:
Das einfache Leben eines Berglers: Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Der Großbauer Hubert Kranzstocker nimmt ihn widerwillig bei sich auf; Eggers Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Arbeit und Schlägen auf den nackten Hintern. Doch er wächst zu einem kräftigen jungen Mann heran, der sich bald einem Arbeitstrupp anschließt, der Seilbahnen baut, und damit auch die Elektrizität und den Fortschritt ins Dorf bringt. Egger lernt die Liebe seines Lebens kennen, macht ihr einen außergewöhnlichen Heiratsantrag, und erwirbt ein kleines Häuschen am Berghang. Doch das Glück währt nicht lange, das Haus wird eines Nachts von einer Lawine mitgerissen und Eggers junge Frau Marie stirbt in den Schneemassen. Egger meldet sich zum Kriegsdienst und kommt in russische Gefangenschaft. Als er vom Krieg zurückkommt, verdient er seinen Unterhalt als Wanderführer. Mit zunehmendem Alter zieht er sich zurück und blickt mit Staunen zurück auf die Jahre, die hinter ihm liegen.

6.2.15

Das Polykrates-Syndrom

von Antonio Fian

Artur ist Akademiker und arbeitet zum Leidwesen seiner Frau Rita in einem stinknormalen Copyshop. Er führt ein eher langweiliges Leben, das vom Alltagstrott bestimmt ist. Auch seine Ehe mit der ambitionierten Mittelschullehrerin scheint nicht allzu glücklich bis eines Tages die junge Alice den Laden betritt und dort eine Notiz hinterlässt. Anfänglich handelt es sich nur um harmlose Hirngespinste von der schönen Alice, in die sich Artur verliert. Doch schon bald werden seine erotischen Fantasien mit Alice zur Wirklichkeit und Artur fühlt sich so lebendig und glücklich wie schon lange nicht mehr, wäre da nicht plötzlich diese Leiche. Von da an nimmt alles seinen Lauf und die Geschichte wird von Mal zu Mal skurriler.

Fazit: Fians Roman ist spannend, trotz seiner manchmal etwas derben Ausdrucksweise. Die Entwicklung der Geschichte und auch Arturs Persönlichkeit haben mich nicht mehr losgelassen.
Der Schreibstil ist flüssig und Fians schwarzer Humor kommt nicht zu kurz.

Empfehlung: Für all jene, die gerne auch mal ein etwas ungewöhnlicheres Buch in die Hand nehmen.