25.11.16

Alles was die Zeit vergisst

von Julia Navarro

Der Journalist Guillermo Albi ist beruflich gerade nicht sehr erfolgreich und nimmt daher den etwas eigenartigen aber sehr lukrativen Auftrag seiner Tante gern an: er soll die Lebensgeschichte seiner Urgroßmutter Amelia Garayoa recherchieren. Diese hat in den 30er-Jahren urplötzlich Mann und Kind verlassen und wird nie mehr in ihrer Heimatstadt gesehen. Die Familie verzeiht ihr diese Entscheidung nicht und verbietet ihr fortan jeglichen Kontakt zum Sohn. Amelia führt ein ziemlich abenteuerliches Leben, weil sie an die Liebe und die kommunistischen Ideale glaubt; sie reist um die ganze Welt, überlebt im Spanischen Bürgerkrieg genauso wie den sowjetischen Stalinismus und den deutschen Nationalsozialismus. Nach dem Berliner Mauerfall verlieren sich alle Spuren von Amelia Garayoa.

18.11.16

Altes Land

von Dörte Hansen

Das „Alte Land“ ist ein Gebiet an der Niederelbe, nahe bei Hamburg, auf der orographisch linken Seite des Flusses. Der Name ist fast schon Programm: Hier leben die Nachfahren jener Bauern, die der Elbe Land abrangen, es mit Deichen schützten, Äcker und Felder anlegten und stattliche Häuser aus Backsteinen bauten. Es ist – immer noch – ein Land der Bauern, ein traditionsreiches Land. Hierher verschlägt es Hildegard von Kamincke mit ihrer Tochter Vera. Sie sind Flüchtlinge, „Polacken“ nennt sie Ida Eckhoff, auf deren Hof sie 1945 in der Knechtekammer Unterkunft finden. Vera bleibt hier; sie erbt sogar den Hof. Doch Dorf und Menschen bleiben ihr zeitlebens fremd. Sie ist die herrische Einzelgängerin mit den Hunden und Pferden, die ihr Haus verkommen lässt. Einzig ihr Nachbar findet Zugang zu ihr. Eines Tages steht Anne mit ihrem kleinen Sohn an der Tür.

11.11.16

Vom Ende der Einsamkeit

von Benedict Wells

Jules und seine Geschwister Marty und Liz wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Sie werden danach in ein Internat gebracht, wo sie bis zum Ende der Schulzeit leben. Auf dem Internat trennen sich ihre Wege und vor allem für den Jüngsten Jules ist es nicht einfach, den Großteil seiner Zeit ohne seine Geschwister zu verbringen. Er freundet sich mit der geheimnisvollen Alva an, die wie er unter einem Verlust leidet.
Das Schicksal hält für alle drei Geschwister etwas anderes bereit. Die durchgeknallte Liz wechselt ihre Männer wie die Unterwäsche und ist immer auf der Suche nach einem neuen Kick! Der beständige Marty findet im Berufsleben wie im Liebensleben seine Erfüllung: er gründet eine Firma, ist erfolgreich bei der Arbeit und heiratet eine Psychologin, mit der er zwar keine Kinder bekommen kann, aber trotzdem glücklich ist.

4.11.16

In der ersten Reihe sieht man Meer

von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Alexander Klein, Familienvater in den besten Jahren, plant mit sehr gemischten Gefühlen einen Familienurlaub an der Adria: mit Frau, halbwüchsigen Kindern, seiner frustrierten geschiedenen Schwester und seinen Eltern. Am Tag vor der Abreise trinkt er etwas zu viel Alkohol und schläft erschöpft ein, ohne fertig gepackt zu haben – nur um in seinem Jugendzimmer von der jüngeren Ausgabe seiner Mutter geweckt zu werden. Anscheinend befindet er sich in einem sehr realen Traum, aus dem er einfach nicht erwachen kann… und solange er der Traumwelt nicht entfliehen kann, muss er als etwas pummeliger, pickliger Teenager seinen ersten Urlaub an der Adria mit seinen Eltern, seiner inzwischen toten Oma und seiner älteren Schwester noch einmal erleben. Dabei erlebt er ein Klischee nach dem anderen neu, jetzt aber aus der Sichtweise des älteren, lebenserfahrenen Mannes, der er eigentlich inzwischen ist.