26.10.18

Das Leben des Vernon Subutex

von Virgine Despentes

Im Mittelpunkt des Romans steht Vernon Subutex. Er hatte in Paris einen Plattenladen, der sehr erfolgreich war, er liebt Sex und Drugs und Rock‘n Roll und er kennt sehr viele Leute. Doch mit dem Niedergang der Musikindustrie kommt auch der Niedergang der Plattenläden. Er ist pleite, in der ersten Zeit hält er sich am Leben, indem er auf eBay alte Platten, T-Shirts und Andenken verscherbelt. Dann verliert er die Wohnung. Der soziale Abstieg ist nicht zu vermeiden. Als dann auch noch ein Freund, der ihn finanziell unterstützt hat, plötzlich stirbt, ist er am Ende. Doch er trifft seinen alten Kumpel Xavier, einen Drehbuchautor, der das Glück hatte, eine reiche Frau zu heiraten, mit der er eine Tochter hat und einen Hund. Er hat sich angepasst und wird zum braven Familienvater. Xavier reist mit seiner Familie nach Kanada. Er bietet Vernon an, in der Zwischenzeit sein Haus und den Hund zu hüten.

19.10.18

Rattatatam, mein Herz

von Franziska Seyboldt

2016 hat Franziska Seyboldt in der Taz einen Artikel zu Angststörungen veröffentlicht („Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle“: http://www.taz.de/!5325096/). Das Besondere dabei: sie ist selbst eine Betroffene. Seyboldt leidet seit ihrem 12. Lebensjahr unter einer generalisierten Angststörung. Sie beschreibt die Angst als Ihre ständige Begleiterin die mit 12 Jahren bei einer Arztuntersuchung in das Behandlungszimmer spaziert. Ab diesem Moment ist nichts mehr wie vorher. Dabei stellt Seyboldt die Angst als eine Art uneingeladene Besucherin dar, die sich frech, sarkastisch und lästig wie eine Klette in ihr Leben drängt. Die LeserInnen begleiten Seyboldt durch verschiedene Episoden Ihres Lebens, durch gute und schlechte Tage, Lebenskrisen, verschiedene Therapeuten und Therapieansätze. Die Angst ist dabei immer präsent, mal mehr, mal weniger.

12.10.18

Mausmeer

von Tamara Bach

Es ist die Sprache, die einen sprachlos macht. Die einen trifft wie ein Faustschlag, die gleichzeitig simpel und so unglaublich ist, dass es mit Worten nicht zu beschreiben ist. Ben und Annika sind ungleiche Geschwister. Ben genau 18 und planlos – er hat die Schule abgebrochen, was er das gesamte Buch über seiner Schwester zu erzählen versucht -, seine Schwester ein paar Jahre älter, zielstrebige Studentin und Papas Liebling, landen in Opas altem Haus am Mausmeer. Papa will es verkaufen. Karfreitag bis Ostermontag kommt man oder will man nicht weg von dort. Es steht so viel zwischen den Zeilen, dass man nicht nur beim Lesen, sondern auch beim Denken gefordert ist. Angler und Osterfeuer, zudringliche junge Herren, reden wollen und nicht können. Es passiert so unsagbar viel und gleichzeitig so absolut nichts. Außer eigentlich Alltägliches.

5.10.18

Dann schlaf auch du

von Leila Slimani

„Das Baby ist tot!“ Mit diesem Satz beginnt der Roman. Zugegeben: die ersten drei Seiten des Romans sind nichts für zarte Gemüter. Die Nanny Louise bringt die beiden Kinder der Familie um. Nach diesem blutrünstigen Auftakt erzählt Slimani die Vorgeschichte. Myriam und Paul leben in Paris: es geht ihnen gut. Paul ist erfolgreicher Musikproduzent und Myriam möchte nach der Babypause wieder als Anwältin in einer Kanzlei arbeiten. Aus diesem Grund suchen sie eine Nanny. Und sie finden Louise: sie schließt nicht nur sofort die beiden Kinder ins Herz, sondern sie ist auch eine perfekte Hausfrau. Louise ist wirklich ein Glücksgriff. Sie nehmen sie sogar mit in die Ferien ans Meer. Alles scheint perfekt. Schritt für Schritt bekommt der Leser Einblick in das Leben von Louise. Sie ist zutiefst vereinsamt, wenn sie in ihre winzige Wohnung in den Banlieues zurückkehrt.