26.5.17

Der Poet der kleinen Dinge

von Marie-Sabine Roger

Alex, eine junge Frau, die aussieht wie ein Jugendlicher und nichts dafür tut, um als Frau erkannt zu werden, wohnt in Miete bei einer Familie, die keine Kinder, dafür einen Hund und einen Behinderten im Haus hat. Der Behinderte ist Gerard. Er kann sich kaum alleine bewegen, ist entsetzlich mager und kann nicht richtig sprechen, weil sein Gaumen verformt ist. Gerard ist der Bruder von Bertrand. Marlene, seine Frau, ist Hausfrau, zuweilen hysterisch und ungeheuer misslaunig, wenn es um Gerard geht. Bertrand, ein schweigsamer Typ, arbeitet in der nahen Hühnerfabrik, in der auch Alex wie so oft einen Gelegenheitsjob angenommen hat. Denn Alex ist andauernd auf Achse, mal arbeitet sie hier, mal dort, überall in Europa. Stets achtet sie darauf, wurzellos zu bleiben. Doch diesmal macht Gerard ihr die Sache schwer; sie kümmert sich um ihn, fährt ihn in einer Art Leiterwagen spazieren.

19.5.17

Der Tod so kalt

von Luca D’Andrea

Beschreibung: 
Die Geschichte dieses Buches beginnt in unserer Zeit, begibt sich aber sehr schnell auf die Spuren eines Unfalls oder Verbrechens, das 1985 in Südtirol geschehen ist. Nach einer stürmischen Nacht entdeckte man in der Bletterbachschlucht die Leichen dreier junger Menschen, aufs Brutalste misshandelt. Man vermutete zwar, dass der Täter aus dem Dorfe stammt, aber alle Nachforschungen ergaben keine Beweise und versanken im Vergessen. Nur Jeremiah Salinger, ein amerikanischer Drehbuchautor, der 30 Jahre später mit seiner Frau längere Zeit in deren Heimat Südtirol verbringt, fühlt sich gedrängt dieser Geschichte auf den Grund zu gehen. Er kann trotz vieler Warnungen und Mahnungen nicht anders als weiter nachzuforschen, auch wenn er dabei sein Leben und das Heil seiner Familie aufs Spiel setzt. Dabei stößt er auf unglaubliche Verstrickungen und Wendungen, die beim Leser bis zuletzt große Spannung erzeugen.

Fazit: 
Die Geschichte wird aus der Sicht Salingers erzählt und beschreibt Südtirol und ihre Bewohner sehr gut. Mich hat dieses Buch gleich an Andrea Schenkels „Tannöd“ erinnert, genauso düster und beklemmend, aber für mich viel flüssiger zu lesen. Ich habe das Buch in Italienisch gelesen und war sehr erfreut über die angenehme Sprache, die diesmal ohne Schimpfwörter auskommt. Daher würde ich es durchaus auch in Italienisch empfehlen.

12.5.17

Achtnacht

von Sebastian Fitzek

Beschreibung:
Stell Dir vor, es gäbe eine Todeslotterie. Einmal im Jahr am 8.8. ab 20.08 Uhr wäre der Auserwählte für 10 Stunden vogelfrei. Der Mörder erhält als Prämie für die erfolgreiche Tötung des Achtnächters 10 Millionen Euro. Würdest du bei der Hatz mitmachen? Und was passiert, wenn du selbst das Opfer bist?
Die Hauptperson Benjamin Rühmann, ein erfolgloser Musiker, erfährt erst von der Achtnacht, als er sich auf der Opferliste wiederfindet. Die Jäger rufen im Internet zu einer Menschenjagd auf ihn auf und Tausende folgen dem Ruf. Der Mob hetzt ihn quer durch das nächtliche Berlin, bis Ben sich nirgendwo mehr verstecken kann. Und wem kann man trauen, wenn ein Kopfgeld von 10 Millionen Euro auf einen selbst ausgesetzt ist?

5.5.17

Die unbekannte Terroristin

von Richard Flanagan

Der Roman spielt in Sydney an vier Tagen während des Karnevals. Die Hauptfigur ist Gina Davies: sie verdient ihr Geld als Stripperin, ihr Ziel ist es, eine eigene Wohnung zu kaufen und zu studieren. Nach und nach werden verschiedene weitere Figuren eingeführt, die wichtigste ist Richard Cody, er ist Redakteur bei einer Fernsehstation, seine Quoten stimmen nicht und ihm droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Er ist Stammgast im Striplokal.
Gina lernt Tariq, einen Grafikdesigner, kennen und sie verbringen eine Nacht miteinander. Am nächsten Morgen ist Tariq verschwunden. Gerade als sie seine Wohnung verlässt, wird das Gebäude von der Polizei gestürmt, sie bleibt unerkannt. Im Laufe des Tages veröffentlicht die Polizei ein unscharfes Video, auf welchem man Tariq und eine unbekannte Frau beim Betreten des Gebäudes sieht.