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1.12.23

Die linke Hand der Dunkelheit

von Ursula K. Le Guin
Januar 2023 (Fischer Tor), 352 Seiten

Ihr habt noch nie einen Science-Fiction-Roman gelesen? Dann ist es höchste Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen und „Die linke Hand der Dunkelheit“ der amerikanischen Grande Dame dieser literarischen Gattung zu lesen. Keine Sorge, es treten keine Flotten Außerirdischer in hoch explosiven Kämpfen im Weltall gegeneinander an, um die Herrschaft über das Universum zu erlangen. Die Geschichte, die Le Guin erzählt, ist viel bescheidener und zurückhaltender, ohne deshalb weniger spannend zu sein.

10.2.23

Auf See

von Theresia Enzensberger
August 2022 (Hanser), 272 Seiten

Die Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft in Deutschland. Der Neoliberalismus hat seinen Siegeszug fortgeführt, der Staat existiert zwar noch irgendwie, ist aber machtlos all den Lobbys gegenüber, die ihn beherrschen. Es ist bereits alles privatisiert, was privatisiert werden kann. Die meisten Menschen leben mehr schlecht als recht: Es gibt kaum Arbeit, schon gar nicht zu fairen Preisen; die Mieten sind unbezahlbar.

2.3.18

Qualityland

von Marc-Uwe Kling

Sie möchten, passend zum Jahresbeginn, einen Blick in die Zukunft werfen? Dann lesen Sie diesen Roman, der es sogar auf die Bestsellerliste des Spiegels geschafft hat.
Der Autor zeichnet das Bild einer durchaus denkbaren Welt, die in einer nicht allzu fernen Zukunft liegt. Der Reiz des Buches liegt nämlich vor allem darin, dass Kling Entwicklungen, die sich bereits jetzt, also ganz konkret in unserem gegenwärtigen Leben und in unserer Gesellschaft ziemlich deutlich abzeichnen, weiterdenkt: Alles, was im Roman passiert, ist nicht nur vorstellbar, sondern absolut möglich, ja vielleicht sogar ziemlich wahrscheinlich. Qualityland ist die beste aller Welten, das zumindest ist das Motto, ein Motto, das sich allerdings alsbald als Lüge entpuppt.

6.1.17

Unternehmer

von Matthias Nawrat

Lipa ist dreizehn Jahre alt; sie lebt mit Vater, Mutter und jüngerem Bruder im Schwarzwald. Soweit könnte alles ganz normal sein, wenn da nicht die Sache mit dem Unternehmertum wäre. Lipas Vater ist nämlich Unternehmer, so bezeichnet er sich und seine Kinder, d.h. er sammelt Schrott aus alten aufgelassenen Fabriken, von denen es im Schwarzwald jede Menge gibt. Spätestens daran erkennt die Leserin, dass die Geschichte in der Zukunft angesiedelt ist, einer Zukunft, die allerdings weder so fern noch so utopisch scheint.
Geld und Arbeit sind in den großen Städten konzentriert; auf dem Lande gibt es Arbeitslose, Herumlungernde, keine oder kaum Krankenversorgung, die Schule ist kein Muss mehr, wer nicht hingeht, ist selber Schuld, nützen tut ein Schulbesuch aber eh nichts.