Paula hat in ihrer Jugend eine Lehre als Goldschmiedin begonnen, weil es schon immer ihr Herzenswunsch war, in der alten Goldschmiede in ihrer Nachbarschaft zu arbeiten. Als aber der alte Herr, bei dem sie so viele Stunden verbracht hatte, starb, konnte sie hier ihre Gesellenprüfung nicht mehr ablegen. Sie wünschte sich innigst, dass ihre Eltern ihr erlauben würden, dies bei einem anderen Goldschmied machen zu dürfen. Leider hatte ihre Mutter aber ganz andere Pläne für die Tochter.
15.12.23
8.12.23
Der Markt der Wünsche
September 2023 (Wunderlich), 320 Seiten
Wir befinden uns in Südengland, in der Vorweihnachtszeit. Die Stadt Bath bereitet sich auf den traditionellen Weihnachtsmarkt vor. Julie, eine junge, alleinerziehende Mutter, hat es nicht leicht im Leben, denn ihr kleiner Sohn leidet an einer angeborenen Herzkrankheit. Da sie selbst keine eigene Familie hat, ist sie sehr froh, dass sie bei ihrer Tante wohnen kann. Hier verdient sie sich auch ein bisschen was für den Lebensunterhalt, indem sie im Spielzeugladen des schon eher betagten Mr. Wood mithilft.
1.12.23
Die linke Hand der Dunkelheit
Ihr habt noch nie einen Science-Fiction-Roman gelesen? Dann ist es höchste Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen und „Die linke Hand der Dunkelheit“ der amerikanischen Grande Dame dieser literarischen Gattung zu lesen. Keine Sorge, es treten keine Flotten Außerirdischer in hoch explosiven Kämpfen im Weltall gegeneinander an, um die Herrschaft über das Universum zu erlangen. Die Geschichte, die Le Guin erzählt, ist viel bescheidener und zurückhaltender, ohne deshalb weniger spannend zu sein.
3.11.23
Nur zwei alte Männer
von Thomas Sautner
Februar 2023 (Picus), 176 Seiten
Joseph Wasserstein war Starfotograf und lebt nun zurückgezogen in einem Haus mit Garten am Rande von Wien. In seiner unmittelbaren Nähe wohnt der Tänzer Hakim Elvedin. Während Wasserstein ein griesgrämiger alter Mann ist und in seinem Leben nicht mehr viel Sinn sieht, versucht Hakim ihn aufzumuntern.
27.10.23
Einzeller
von Gertraud Klemm
März 2023 (Kremayr & Scheriau), 312 Seiten
Fünf ganz unterschiedliche Frauen ziehen zusammen in eine WG. Was sie eint? Der Feminismus. Oder das, was jede von ihnen dafür hält. Abwechselnd aus der Perspektive der Dinosaurier-Feministin Simone Hebenstreit und der „woken“ Lilly erzählt, prallen hier Frauenwelten aufeinander. Oder doch nicht?
20.10.23
Paradise Garden
Die 36-jährige Autorin Elena Fischer legt mit „Paradise Garden“ ihren Debütroman im Diogenes-Verlag vor. In der Geschichte steht die 14-jährige Billie im Mittelpunkt, die mit ihrer Mutter und ohne Vater in Deutschland aufwächst. Zunächst gewinnen Billie und ihre Mutter etwas Geld, mit dem sie eine Reise nach Frankreich planen, doch es kommt alles anders: Billies Großmutter kommt aus Ungarn und behauptet, sie wäre schwerkrank, und Billies Mutter muss sich nun um sie kümmern.
13.10.23
Kinderhaben
"Die Kleinfamilie ist ein Refugium der Nichtanerkennung von Frauen, der Ort, an dem sich Männer und auch Frauen von ihrer schlechtesten Seite zeigen, an dem sie von ihren Gespenstern gejagt und eingeholt werden, kurz: der Horror." Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung im Kinderhaben schreibt Heidi Lutosch ein – wie ich finde – deprimierendes, leider aber sehr wahres Buch zum Thema.
6.10.23
Bansky und der blinde Fleck
Bernhard Jaumann schreibt seit 2018 Kriminalromane, in denen die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz ermittelt. In seinem dritten Roman stehen die drei Mitarbeiter vor einer großen Herausforderung. In München tauchen plötzlich an Hauswänden Graffiti auf, die von Banksy, dem berühmten, bislang nicht identifizierten Streetartkünstler stammen könnten.
29.9.23
White Bird - Wie ein Vogel
Februar 2023 (Hanser), 288 Seiten
Palacios Roman „White Bird“ spielt in Frankreich zur Zeit des Nationalsozialismus. Sara ist 12, einziges Kind von intellektuellen Eltern und dementsprechend verwöhnt. Ihr Vater ist Arzt, ihre Mutter lehrt Mathematik an der Universität. Sie hat Freundinnen, geht zur Schule, mag Mathe nicht besonders, aber ist fürs Zeichnen sehr zu haben. Ihr Skizzenblock ist ihr ständiger Begleiter. Doch plötzlich verändert die Stadt ihr Aussehen. Hakenkreuzfahnen überall, Juden-werden-hier-nicht-bedient-Schilder in den Auslagen der Geschäfte.Saras Maman fühlt sich in der so genannten „freien Zone“ sicher. Was für eine trügerische Sicherheit. An einem Morgen im April bittet Papa Sara, doch ihre Winterstiefel zu tragen. Sara willigt ein, schlüpft jedoch hinter der ersten Straßenecke in die neuen roten Schuhe. In der Schule wird sie zusammen mit weiteren Kindern aus dem Unterricht genommen. Kurz vor Eintreffen der Nazis können sie in den Wald fliehen - alle bis auf Sara, die sich im Glockenturm der Schule versteckt. Die neuen Schuhe. Die Kinder werden schnell eingefangen und zusammen mit einer Lehrerin, die sie nicht allein lassen will, verschleppt. Sara gelingt mit Hilfe des an Polio leidenden Julien die Flucht durch das unterirdische Kanalsystem. Über ein Jahr wird sie von Julien und dessen Eltern in einer Scheune versteckt. Mehrmals ist sie kurz davor, entdeckt zu werden, aber Julien rettet ihr Leben und bezahlt schlussendlich mit seinem. Berührend die Geschichte der Nachbarn, die von Juliens Familie bezichtigt werden, Nazi-Spione zu sein und deren Geschichte dann eine ganz andere ist.
Mein Fazit:
Erinnert sehr an Anne Frank, was aber nicht stört, sondern berührt. Schöne Sprache, gut recherchiert. Ein wichtiges Buch.
Empfehlung:
Die zeitgleich erschienene Graphic-Novel arbeitet das Thema für Lesemuffel auf. Ebenso gut gelungen, obwohl natürlich stark reduziert.
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck
22.9.23
Ein Hund kam in die Küche
Ludi ist zwölf Jahre alt und erlebt, wie seine Familie zur Zeit der Option von Südtirol ins Deutsche Reich auswandert. Der schwer behinderte kleine Bruder stirbt in einer Heilanstalt, während der Vater an die Front muss. Sepp Mall ist ein bewegender Roman über die Optionszeit in Südtirol gelungen, der gekonnt aus der kindlichen Sicht eines Jungen erzählt wird. Auch spricht Mall mit diesem Buch das Thema der Aussonderung und Ermordung von behinderten Kindern im Dritten Reich an.
15.9.23
Halber Löwe
von Johannes Herwig
Januar 2023 (Gerstenberg), 240 Seiten
Seit der ersten Klasse Grundschule sind Jarno, Engel, Timo und Sascha eng befreundet. Sie treffen sich nach der Schule in einem Abbruchhaus, drehen krumme Dinger und denken sich ständig neue, immer extremere Mutproben aus, die einer von ihnen erfüllen muss. Das Leben der vier in einer ostdeutschen Großstadt kurz nach der Wende scheint vorbestimmt.
8.9.23
Honig mit Salz
Viel kann nicht passieren von Montag bis Montag. Und doch kann eine Woche ein Leben verändern. Ari ist mit ihren Eltern in Urlaub auf einer griechischen Insel. Mamas Arbeitskollegin stirbt, und plötzlich ist Mama im Urlaub im Dienst. Dafür hat Papa kein Verständnis. Aris Eltern streiten sich, und dann ist Papa einfach verschwunden.
1.9.23
Elternabend
von Sebastian Fitzek
April 2023 (Droemer), 336 Seiten
Sascha Nebel ist ein Kleinkrimineller, der einen SUV stehlen will. Eine Frau drischt mit einem Baseballschläger auf diesen SUV ein. Die Polizei taucht auf, und die beiden müssen fliehen. Sie steigen in einen Bus ein, der die Eltern der Schüler*innen einer 5. Klasse zu einem Elternabend mit Übernachtung auf eine Insel in der Nähe von Berlin bringt.
25.8.23
Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
von Satoshi Yagisawa
April 2023 (Insel), 189 Seiten
In Tokio gibt es das größte Bücher-Stadtviertel der Welt, das Jimbocho. Und hier befindet sich die Buchhandlung, in der diese Geschichte spielt. Die junge Takako erzählt, wie es gekommen ist, dass sie in dieser Buchhandlung eine wichtige Zeit ihres Lebens verbrachte. Eigentlich führte sie seit einem Jahr ein ruhiges Leben, hatte eine gute Arbeitsstelle in einer Firma, wo auch ihr Freund arbeitete. Als er ihr dann plötzlich verriet, dass er in einem Jahr heiraten würde, aber nicht Takako, sondern seine eigentliche Verlobte, stürzte sie in ein tiefes Loch.
18.8.23
Blue Skies
Der Roman spielt in einer Zeit, in der die Klimaveränderungen akut werden. Überschwemmungen und Dürren bedrohen die USA. Mittendrin versucht eine Familie mit zwei erwachsenen Kindern, ihre eigenen Probleme und die Klimakrise zu meistern.
11.8.23
Männer sterben bei uns nicht
Vom Titelbild an Gabriel Garcia Marquez‘ „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ erinnert, flasht mich dieses Bild auch beim Lesen, und zwar im Haus der Schwester der verstorbenen Großmutter, von deren Existenz die Protagonistin Luise bis dahin gar nichts wusste. Erscheint das Interieur zuerst prachtvoll, enthüllt ein Sonnenstrahl den Zerfall. Titel und Klappentext machen neugierig, das Buch ist von der Idee her gut, auch sprachlich, doch leider bleiben die Figuren – bis auf die verstorbene (sic!) Großmutter – seltsam blass.
4.8.23
Unterm Staub der Zeit
Christoph Hein erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte von Daniel, der als Vierzehnjähriger aus einer ostdeutschen Kleinstadt nach West-Berlin zieht, um dort das Gymnasium zu besuchen. Als Sohn eines Pastors darf er im Osten keine höhere Schule besuchen. In der gleichen Situation wie Daniel befinden sich mehrere Jugendlichen aus der DDR, ein ganzer Klassenzug besteht nur aus Schülern aus dem Osten.
28.7.23
Mafalda Cinquetti und die Dame mit Hund
Mafalda Cinquetti, die Witwe eines Polizeikommissars, lebt auf Murano. Die rüstige ältere Frau liebt ihr Leben auf der Insel und ist stets am Tagesgeschehen und ihren Mitmenschen interessiert. Sie hat ein Auge auf alle und alles. Als eines Tages ein Anschlag auf die Guggenheim-Collection verübt wird, kann sie nicht tatenlos mitansehen, wie schnell Beppe, ein mittelloser Rumtreiber aus der Nachbarschaft dieser Tat beschuldigt und verhaftet wird. Für die Polizei ist die Beschädigung an den Bildern reine Nebensache. Aber dass Beppe dafür geradestehen muss, ist schon besiegelt. Das kann Mafalda nicht akzeptieren und geht mit ihren Freundinnen der Sache nach ...
21.7.23
In blaukalter Tiefe
Andreas, ein erfolgreicher Anwalt, und seine Frau Caroline unternehmen zusammen mit Andreas' jungem Businesspartner Daniel und dessen Freundin Tanja einen Segeltörn nach Schweden. Der attraktive Skipper Eric übernimmt das Kommando. Bald schon treten die Konflikte zwischen dem Ehepaar Andreas und Caroline offen zutage und beeinflussen auch die anderen Segler. Das enge Miteinander im Segelboot sowie ein aufkommender Sturm führen schließlich zur Katastrophe.
7.7.23
Toffee
Sarah Crossans Bücher in Versen haben wenige Worte, aber viel zu sagen. So auch das neueste Werk, „Toffee“. Die 15-jährige Allison haut von zu Hause ab, nachdem ihr der Mann, der ihr Vater ist, mit dem Bügeleisen eine Brandwunde im Gesicht zugefügt hat. Nach und nach enthüllt sich die Grausamkeit dieses Menschen, der nicht nur sein Kind, sondern auch seine Lebensgefährtin – nicht nur körperlich – misshandelt.














