24.7.20

Im Ernstfall keine halben Sachen

von Dan Mooney
März 2020 (HarperCollins), 368 Seiten

Frank ist der neue Zimmergenosse im Altersheim, in das Joel mit seiner Frau vor ein paar Jahren gezogen war; die ist aber inzwischen verstorben, hat ihn also "verlassen”. Auch der Komapatient im Bett nebenan, mit dem er so viele Stunden verbracht hat, ohne je eine Widerrede zu erhalten, stirbt genau dann, als Joel beschlossen hat, dass er keine Lust mehr auf Leben hat.
Und jetzt soll er sich auf Frank einlassen, einen ehemaligen Schauspieler, der bei Insassen und Personal sofort gut ankommt. Er weiß mit einer gewissen Leichtigkeit jede Situation zu meistern. In dieser Lebenslage finden der “Traurige” und der “Komische” den holprigen Weg zu einer Freundschaft, die viele Aspekte des Lebens beleuchtet und viele Lösungen hervorbringt.

17.7.20

Three women - drei Frauen

von Lisa Taddeo
Januar 2020 (Piper), 416 Seiten

Lina, Maggie und Sloane sind drei Frauen, deren Geschichten in drei parallelen Erzählsträngen erzählt werden. Maggie hat als 17jährige Schülerin ein Verhältnis mit ihrem verheirateten Lehrer und strengt Jahre später einen Prozess gegen ihn an. Lina fühlt sich in einer platonischen Ehe gefangen. Sloane lebt in einer harmonischen Beziehung mit ihrem Mann, der seiner Frau beim Sex mit anderen Männern zuschauen will.

10.7.20

Elektrische Fische

von Susan Kreller
Oktober 2019 (Carlsen), 192 Seiten

Susan Kreller wurde bereits dreimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2015 erhielt sie ihn für „Schneeriese“. Ihr neuer Roman über die Suche nach Heimat ist wieder absolut preisverdächtig. Emma zieht mit ihrer kleinen Schwester Aoife, ihrem attraktiven großer Bruder Dara und ihrer Mutter von Dublin zurück aufs Land, genauer gesagt in ein heruntergekommenes Kaff in Mecklenburg-Vorpommern. Das Haus, in dem die Großeltern wohnen, ist winzig und alle gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Emmas Plan ist es, so schnell wie möglich nach Irland zurückzukehren. Dabei ist ihr ihr Mitschüler Levin behilflich. Der hat es auch nicht einfach. Seine psychisch kranke Mutter macht Normalität fast unmöglich. Ganz gleich kann Emma nicht zurück. Sie muss warten, bis Aoife wieder spricht. Der hat der Umzug nämlich die Sprache verschlagen. Fast vergisst sie ihre Pläne, doch dann geschehen unvorhersehbare Dinge…

3.7.20

Das Seidenraupenzimmer

von Sayaka Murata

Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie gelesen. In dieser Geschichte kommt alles an Abscheulichkeiten vor: ein Mädchen, das vom Lehrer sexuell und von der Mutter psychisch misshandelt wird, KInder, die Sex haben, grauenhafte Morde, versuchter Inzest, Kannibalismus und letztendlich, und hier wiederhole ich mich wieder, Wahnsinn. Der Klappentext wirkt etwas harmloser:
Murata erzählt die Geschichte zweier Außenseiter, Natsuki und ihr Cousin Yu, die sich jung verlieben und gemeinsam gegen eine Welt verbünden, die ihnen beileibe nicht nur Gutes will. Im alten Farmhaus der Familie, in dem früher die Seidenraupen ihren Dienst verrichteten, sind sie glücklich, denn sie sind beieinander. 20 Jahre später geht Natsuki an diesen Ort zurück…