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23.4.21

Keine Ahnung, ob das richtig ist

von Julia Engelmann
Oktober 2019 (Goldmann), 128 Seiten

Beschreibung:
„Keine Ahnung ob das richtig ist“ könnte die Überschrift für meine Rezension sein. Julia Engelmann spaltet die Nation wie sonst nichts und niemand. Die einen finden sie phantastisch, die anderen zum Abgewöhnen. Die einen finden ihre heile Welt aus Familie, Management und Yoga erstrebens- und nachahmenswert, die anderen finden sie zum Kotzen. Wie finde ich ihre Texte?

2.4.21

Das Leben spielt hier

von Sandra Hoffmann
September 2019 (Hanser), 173 Seiten

Hoch poetisch ist Sandra Hoffmanns erster Jugendroman, der durchaus auch im Erwachsenenbereich stehen könnte. Ona und Pe sind frisch verliebt. Es klingt, als würde etwas ganz Großes daraus werden. Die Unbekümmertheit der großen Liebe ist überschattet von einer Gemeinsamkeit, die in alle Bereiche ihrer beider und ihres gemeinsamen Leben hineinspielt.

5.3.21

Beinahe Herbst

von Marianne Kaurin
September 2019 (Arctis), 235 Seiten

Ilse ist 15 und schwärmt für den feschen Hermann Rød. Alles wäre so einfach, wenn Ilse nicht Stern mit Nachnamen hieße und 1942 in Norwegen leben würde. Langsam und unbemerkt schleicht sich das Grauen in die Familie Stern. Vater Isak wird in einer Nacht- und Nebelaktion aus seiner Wohnung geholt. Wohin er gebracht wird, weiß keiner. Isaks Frau Hanna verfällt in eine Depression. Die 19-jährige Sonja, die von einer Karriere als Theaterschneiderin träumt, kümmert sich um Ilse und die fünfjährige Miriam.

12.2.21

Die Hüterin der verlorenen Dinge

von Nicole C. Vosseler
Oktober 2019 (HarperCollins), 368 Seiten

Ivys Mutter verschwindet von einen Tag auf den anderen spurlos. Morgens, als die 10-Jährige zur Schule aufbricht, sitzt ihre Mutter noch am Küchentisch – am Nachmittag ist sie plötzlich nicht mehr da. Und sie kommt auch nie wieder zurück. Niemand weiß, was geschehen ist: Ist Ivys Mutter aus freien Stücken fortgegangen, um irgendwo ein neues Leben anzufangen? Wurde sie entführt? Gab es einen Unfall? Oder ein Gewaltverbrechen? So sehr Polizei und Privatermittler auch suchen, sie finden keine Antworten.

22.1.21

Wer ist Edward Moon?

von Sarah Crossan
Oktober 2019 (mixtvision), 357 Seiten

Gute Frage, die das Buch bis zum Ende nicht beantwortet. Warum ich es trotzdem gelesen habe? Weil ich das Ende noch nicht kannte. Schlechter Scherz, ich weiß. Sarah Crossan schreibt in freien Versen. Das kann man mögen oder nicht. Ihre Romane sind große Geschichten in wenigen, genau gewählten Worten. Vielleicht altbacken, vielleicht zeitgeistig, wer weiß das schon so genau.

25.12.20

Und mittendrin ich

von Ami Polonsky
Juni 2019 (cbj), 288 Seiten


Aus der Fülle von Gender-Stories, die zurzeit erscheinen, sticht dieses Buch heraus. Hauptfigur ist der 13-jährige Grayson, der nicht nur im falschen Körper geboren ist, sondern auch Waise ist. Seine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er erinnert sich nicht an sie, und das macht ihm manchmal ganz schön zu schaffen. Zusammen mit zwei Cousins, einer jünger, einer älter als er, wächst Grayson bei Onkel und Tante auf.

30.10.20

Die Stille zwischen den Sekunden

von Tania Witte
März 2019 (Arena), 296 Seiten
 
Manchmal, wenn ich bei einem Buch nicht weiter weiß, frage ich meine Lieblingskollegin, ob sie es auch lesen würde. Manchmal macht sie das auch. Manchmal sind wir danach zu zweit keinen Deut klüger. Manchmal holen wir uns dann Hilfe bei verschiedenen Rezensent*innen. Um die traurige Gewissheit zu haben, dass nicht alle Rezensent*innen die Bücher, die sie besprechen, auch wirklich lesen. Also bin ich wieder mir selber überlassen.

25.9.20

Alles okay

von Nina LaCour
August 2019 (Hanser), 208 Seiten

„Alles okay?”, zu Dialekt „Geht’s do guit?“, fragt man gerne mal so, wenn man sich trifft. Und legt seinem Gegenüber die Antwort schon in den Mund: „Logo, alles okay.“ Bei Marin ist gar nichts okay.

18.9.20

Vom Fischen und von der Liebe: Mein irisches Tagebuch (1977 – 2003)


von Benoîte Groult
Juli 2019 (Ullstein), 400 Seiten
 
Die Autorin feierte einen großen Erfolg mit ihrem Roman „Salz auf unserer Haut“, der 1988 erschien. Nun liegt ihr irisches Tagebuch in deutscher Fassung vor, herausgegeben von Groults Tochter Blandine. Sie schreibt im Vorwort: „Als letztes literarisches Projekt wollte meine Mutter ihr irisches Tagebuch veröffentlichen. In Irland hatte sie mit ihrem Mann Paul Guimard mehr als zwanzig Sommer verbracht, in dem Haus, das sie in Kerry hatten bauen lassen. Ihre Fischereilogbücher und die persönlichen Tagebücher, die sie stets parallel führte, sollten miteinander verflochten werden.“

14.8.20

Nicht so das Bilderbuchmädchen

von Agnes Ofner
Juli 2019 (Jungbrunnen-Verlag), 180 Seiten

Zara kann von ihrem Zimmer aus in das Zimmer von Sam sehen. Der in etwa gleichaltrige Junge ist oft traurig und weint. Sie macht sich Sorgen, will helfen, weiß aber nicht wie. Die abwechselnd aus der Perspektive von Zara und Sam erzählte Geschichte befasst sich mit den großen Themen Pubertät und Selbstfindung, ist gleichzeitig aber eine warmherzige Freundschaftsgeschichte weit ab von WhatsApp und Instagram.

10.7.20

Elektrische Fische

von Susan Kreller
Oktober 2019 (Carlsen), 192 Seiten

Susan Kreller wurde bereits dreimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2015 erhielt sie ihn für „Schneeriese“. Ihr neuer Roman über die Suche nach Heimat ist wieder absolut preisverdächtig. Emma zieht mit ihrer kleinen Schwester Aoife, ihrem attraktiven großer Bruder Dara und ihrer Mutter von Dublin zurück aufs Land, genauer gesagt in ein heruntergekommenes Kaff in Mecklenburg-Vorpommern. Das Haus, in dem die Großeltern wohnen, ist winzig und alle gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Emmas Plan ist es, so schnell wie möglich nach Irland zurückzukehren. Dabei ist ihr ihr Mitschüler Levin behilflich. Der hat es auch nicht einfach. Seine psychisch kranke Mutter macht Normalität fast unmöglich. Ganz gleich kann Emma nicht zurück. Sie muss warten, bis Aoife wieder spricht. Der hat der Umzug nämlich die Sprache verschlagen. Fast vergisst sie ihre Pläne, doch dann geschehen unvorhersehbare Dinge…

5.6.20

Immer kommt mir das Leben dazwischen

von Kathrin Schrocke

Im Zentrum von Kathrin Schrockes neuem Roman steht die Umsetzung des Mehrgenerationenhauses. Doch von vorne. Der 13 jährige Karl lebt mit seinen Eltern im Haus gegenüber von seiner Angebeteten, der überaus schicken Irina. Er wurde in seinem Leben bisher 2,7 Mal geküsst, und es sieht nicht so aus, als würde diese Zahl schnell in die Höhe schnellen. Sein über alles geliebter Großvater ist plötzlich und unerwartet gestorben - während der Tagesschau. Das findet Karl so richtig daneben. Wenn er wenigstens während des Tatorts verstorben wäre! Opa taucht immer wieder in Karls Träumen auf und gibt Tipps. So rät er Karl, Youtube-Star zu werden und beauftragt ihn damit, auf die Großmutter aufzupassen. Karls Oma fühlt sich einsam in der großen Wohnung und möchte in eine Wohngemeinschaft ziehen. Die Familie ist entsetzt und das Thema damit gegessen.

29.5.20

Die stumme Patientin

von Alex Michaelides

Der Plot ist schon sehr reizvoll: nachdem die berühmte Malerin Alicia ihren Mann erschossen und sich selbst die Pulsadern aufgeschnitten hat, verstummt sie und wird in der geschlossenen Anstalt untergebracht. Sechs Jahre nach der Tat ist der junge Psychotherapeut Theo absolut nicht überzeugt von der Schuld der stummen Patientin. Er möchte das tragische Rätsel lösen.

22.5.20

Welch schöne Tiere wir sind

von Lawrence Osborne 

Der Roman spielt auf der griechischen Insel Hydra. Reiche Amerikaner und Briten haben dort ihre Sommerresidenzen. So auch die Familien Haldane und Codrington. Naomi Codrington verbringt mit ihrem Vater Jimmie, einem reichen Kunstsammler und der verhassten griechischen Stiefmutter Phaine den Sommer auf Hydra. Naomi ist 25 Jahre alt, Rechtsanwältin, sie hat vor kurzem ihren Job verloren, man hat ihr gekündigt. Naomi freundet sich mit Samantha Haldane, genannt Sam, an. Während eines Ausflugs finden sie einen halbnackten verwahrlosten jungen Mann, wahrscheinlich ist er ein syrischer Flüchtling. Die beiden jungen Mädchen beschließen, ihm zu helfen. Sie versorgen ihn mit sauberer Kleidung und Essen. Naomi ist die treibende Kraft.

15.5.20

Voll verkackt ist halb gewonnen

von Tom Limes 

Schulabbrecher*innen oder/und Schulversager*innen sind die Protagonisten in Tom Limes zweitem Roman „Voll verkackt ist halb gewonnen“. Jedes Jahr verlassen etwa 50.000 Jugendliche in Deutschland die Schule ohne Abschluss. Vier davon haben wir hier: Julian, Liza, Tariq und Max. Abwechselnd aus der Perspektive von Julian und Liza erzählt, tun sich hier Untiefen in Sachen Schule auf. Liza leidet am Tourette-Syndrom und hat sich deswegen total zurückgezogen. Sie ist zwar clever, alles scheitert aber an ihren Tics. Julian hat mit 17 schon eine eigene Wohnung. Geldmangel kennt er nicht. Eine extreme Rechenschwäche lässt ihn scheitern. Aber auch im Förderkurs Bereich Holz geht es nicht ohne Mathematik. Zusätzlich zum inhaltlichen Problem ist der Lehrer ein sagenhaftes Arschloch. Und Julian auf dem besten Weg, zum Junkie zu werden.Heiteres

1.5.20

Eine moderne Familie

von Helga Flatland

Alles im Buch dreht sich um die immer wieder spannende Frage: Wie können Liebesbeziehungen gelingen? Die Antworten auf diese Frage fallen höchst unterschiedlich aus. Da sind zunächst einmal Sverre und Torrill, seit langer Zeit verheiratet, zwei Töchter, ein Sohn, alle längst erwachsen. Zum siebzigsten Geburtstag von Sverre, den die Familie gemeinsam in Rom verbringt, eröffnen die Eltern ihren Kindern, dass sie beschlossen haben, sich scheiden zu lassen. Diese Ankündigung hat unterschiedlichste und vor allem ungeahnte Auswirkungen. Sie bringt Unruhe und Instabilität in das Beziehungsgeflecht zwischen den Geschwistern untereinander, zwischen den Eltern zu ihren Kindern, den Töchtern zu ihren Partnern. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

24.4.20

Die Einsamkeit der Seevögel

von Gohril Gabrielsen 

Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter nach Finnmark, an den äußersten Zipfel Norwegens, um die Einflüsse der Klimaveränderungen auf die Seevögel zu untersuchen. Sie lebt in einer verlassenen Fischerhütte , umgeben nur vom tosenden Meer, Schnee und rauer Natur. Alle fünf Wochen kommt ein Fischerboot und bringt ihr Vorräte, ansonsten ist sie ganz sich selbst überlassen. Zurückgelassen hat sie ihre kleine Tochter Lina, ihren Ex-Mann S. und ihren Geliebten Jo. Dieser wollte eigentlich so bald als möglichst nachkommen, doch er vertröstet sie andauernd. Sie wartet auf ihn und in dieser Abgeschiedenheit muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen. Auch die Geschichte von Borghild und Olaf, die vor 140 Jahren genau an dieser Stelle gelebt haben und deren Leben in einer Tragödie endet, beschäftigt sie.

17.4.20

Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger

von Vea Kaiser 

Die Hauptfigur, Lorenz Prischinger, ist ein erfolgloser Schauspieler. Lorenz ist pleite, er wartet dringend auf ein neues Engagement, aber die Fernsehserie, auf die er all seine Hoffnungen setzt, kommt nicht zustande und auch vom Theater bekommt er schon lang keine Aufträge mehr. Er ist liiert mit Stephi, einer Altphilologin, die in Heidelberg an der Uni arbeitet. Als Stephi ihn verlässt, versiegt seine letzte Geldquelle. Lorenz muss seine Innenstadtwohnung vermieten, zum Glück gibt es noch die drei Tanten, die in Wien Liesing wohnen und die ihn mit Unmengen Schnitzel füttern. Und da gibt es noch Onkel Willi, der aus Montenegro stammt. Als Onkel Willi stirbt, wollen sie ihm den letzten Wunsch erfüllen: Willi will in seiner Heimat begraben werden. Und so machen sich Lorenz und die drei Tanten mit einem uralten Fiat Panda auf den Weg nach Montenegro. Familie, 

10.4.20

Heldenhaft

von Andreas Thamm

Andi ist 17. Sein Leben ist herrlich durchschnittlich. Er schwärmt für das Nachbarmädchen Lea nur von der Weite. Und verbringt seine Tage mit seinem besten Freund Ferdl. Es sind Schulferien. Gemeinsam machen sie den üblichen Quatsch. Bis ihr Freund Mitch nach einem Jahr Knast wieder freikommt. Und gehörig Wirbel in das beschauliche Dasein der beiden bringt. Plötzlich finden sie sich als Komplizen bei einem Einbruch in ein Antiquitätengeschäft wieder. Beinahe werden sie erwischt. Mitch verschwindet immer so schnell von der Bildfläche, wie er wieder auftaucht. Andi beschließt, bei Lea Nägel mit Köpfen zu machen. Doch das ist gar nicht so einfach. Leas Eltern sind Angehörige einer erzkatholischen Bewegung, die ihrer Tochter fast das Atmen verbieten.

3.4.20

Der Gesang der Flusskrebse

von Delia Owens

Beschreibung:
Klappentext: Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen.