28.12.18

Wolkenkönigin

von Susanne Fischer

Corinna genannt Inna ist mit ihrem geistig behinderten Bruder Jona und ihrer Mutter in ein abgewrackten Haus umgezogen. Umzüge und Schulwechsel sind normal für die 15-jährige, seit ihre Eltern sich getrennt haben. Die neue Schule ist gar nicht so übel und Corinna, die sich als Marie ausgibt, um nicht ständig neuen Spitznamen ausgesetzt zu sein, findet in Pauline und Chantale genannt Schnalle zwei Freundinnen. Im Haus sind nur noch zwei Wohnungen fix bewohnt, „weil es abgerissen werden soll“. Eine von einem uralten Ehepaar, die andere von Marc, der 1 Jahr älter ist als Corinna und seiner Mutter. Marc zeigt Inna ein lauschiges Plätzchen am Fluss, an dem sie sich oft treffen und über Gott und die Welt reden. Irgendwann fragen Schnalle und Pauline Inna nach Marc. Der soll etwas mit einem Einbruch bei einem reichen Klassenkameraden namens Nico zu tun haben.

21.12.18

Kleinstadtidyll

von Horst Moser

Der dritte Roman des Brunecker Autors Horst Moser kreist um zwei Hauptthemen: Es geht um Macht und Missbrauch von Macht einerseits, um das Leben in einer Kleinstadt, in der sich alle kennen und mehr oder weniger alles voneinander wissen, andererseits. Beide Themen sind ineinander verwoben: Wie gehen die Menschen dieser Kleinstadt – die im Übrigen immer wieder stark an Bruneck erinnert – mit dem Missbrauch von Macht um, vor allem, wenn es den jungen und äußerst beliebten Dekan der Stadt betrifft? Hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt, es gibt zahlreiche Verdachtsmomente, doch niemand will der Sache wirklich auf den Grund gehen. Schweigen ist oberstes Gebot. Sophie, 26 Jahre alt, in der Kleinstadt geboren, aber im nicht allzu fernen Ausland lebend, wird Jahre später damit konfrontiert.

14.12.18

Children of Blood and Bones: Goldener Zorn

von Tomi Adeyemi

Beschreibung:
Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung Der Zufall führte sie und ihren Bruder mit der Königstochter von Orisha zusammen. Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen.
Ihre Mission führt die Jugendlichen über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen.

7.12.18

Alle, außer mir

von Francesca Melandri
 
Ein junger Afrikaner sitzt auf dem Treppenabsatz vor der Wohnung von Ilaria Profeti, einer 46jährigen Lehrerin aus Rom, und behauptet ihr Neffe zu sein. Ilaria ist entsetzt und auch ratlos. Ihren Vater kann sie nicht mehr fragen, dieser lebt zwar noch, ist aber zu dement, um ihr Anliegen zu verstehen. Zusammen mit ihrem Halbbruder Attilio versucht sie hinter das Geheimnis der Herkunft dieses jungen Schwarzen zu kommen. Dabei wird die Geschichte von Attilio Profeti, des Vaters von Ilaria aufgerollt.
Er ist der Sohn eines Bahnhofsvorstehers und der Liebling seiner Mutter. Mit seinem guten Aussehen erobert er nicht nur die Herzen der Frauen, sondern kommt auch auf seinem Karriereweg weit nach oben.

30.11.18

Die Symphonie des Augenblicks

von Marie Fitzgerald

Beschreibung: 
Dieser wunderschöne Roman erzählt über Leben und Freundschaft, über schlimme Schicksale und tröstende Hoffnung. In dieser Geschichte lernen wir das Schicksal von vier Personen kennen, die das Leben zusammenbringt. Durch deren Perspektive erfährt man von den Ereignissen in ihrem Leben, aber auch von ihren Gedanken und Empfindungen. Claude, ein seit der Kindheit blinder Klavierlehrer, ist ein liebenswerter Mann, der, auch jetzt dem Tod sehr nahe, sein Schicksal mit bewundernswerter Gelassenheit meistert. Er ist derjenige, der alles lenkt. Alain ist ein Obdachloser, der viel Zeit auf der Bank vor Claudes Haus verbringt. Er ist unverschuldet in diese Lage geraten und die Gesellschaft macht es ihm nicht gerade leicht wieder integriert zu werden.

23.11.18

Wie man Wunder wachsen lässt

von Tae Keller

Kann eine blaue Orchidee Heilung bringen? Natalie lebt mit ihren Eltern irgendwo in Amerika. Ihre Mutter ist schwer depressiv und liegt zu Hause praktisch nur noch im Bett. In der Schule läuft alles aus dem Ruder. Der Biologielehrer Mr. Neely will Natalie dazu bringen, sich bei einem Wettbewerb zu beteiligen, der einem Ei das Überleben nach einem Flug aus großer Höhe sichern soll. Zuerst hat sie keine Lust, aber als sie erfährt, dass es auch ein Preisgeld gibt, ist sie Feuer und Flamme. Das Geld soll ihre Mutter, eine Biologin mit Leib und Seele, zur blauen Orchidee bringen. Nur dort kann sie geheilt werden, ist Natalie überzeugt. Zusammen mit ihrer durchgeknallten Freundin und einem hyperintelligenten indischen Klassenkameraden bereitet sie sich akribisch auf den Wettbewerb vor, doch die drei scheitern.

16.11.18

Das Cafè der kleinen Kostbarkeiten

von Jan Steinbach

Beschreibung: 
Luise lebt in Frankfurt und verbringt seit dem Tod ihres Mannes Weihnachten immer mit der Familie ihres Sohnes. Er hat die Rolle des Familienoberhauptes übernommen, wie Luise es sich gewünscht hatte. Jetzt aber möchte sie ein Versprechen einlösen, das sie und Hubert sich gegeben hatten, aber leider nicht mehr verwirklichen konnten: Weihnachten in Lübeck verbringen, der Marzipanstadt. Das kann Luises Familie überhaupt nicht verstehen. Was will Luise allein in Lübeck, hegt sie etwa Suizidgedanken, warum will sie fliehen? Um diese Fragen gar nicht erst beantworten zu müssen, gibt sie deshalb vor, mit ihrer besten Freundin zu fahren. In Lübeck findet sie zufällig das kleine Café wieder, in dem es so gemütlich ist, nach Zimt, Marzipan und Schokolade riecht, und das noch genauso ist wie damals, als sie es mit Hubert entdeckte.

9.11.18

Der Boxer

von Szczepan Twardoch

Warschau in den 30er Jahren. Jakub Shapiro, ein jüdischer Boxer, gewinnt einen Kampf nach dem anderen und gewinnt dadurch die Aufmerksamkeit des Unterweltpaten Kaplica, Chef der jüdischen Mafia in Warschau. Dieser versteht sich als „König der Stadt“. Der Roman beginnt mit einem Boxkampf zwischen dem Juden Shapiro und einem Faschisten. Damit wird auch schon zu Beginn der historische Hintergrund aufgezeigt. Der Kampf gegen den aufkommenden Faschismus und den Antisemitismus, den es auch in Polen gab. Der Pate beginnt jeden Tag im Café, wo er in Ruhe seinen Kaffee trinkt. Dann kommen seine Gefolgsleute, die ihm Geld überbringen und wo er neue Aufträge erteilt. Es geht vor allem um Schutzgeld. Nur Shapiro darf an seinem Tisch sitzen. Shapiros Frau bemerkt die Veränderungen in der Gesellschaft: sie möchte ihren Mann überreden, das Land zu verlassen, denn für Juden wird es immer schwieriger. Doch er hört nicht auf sie.

2.11.18

Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt

von Jesmyn Ward 

Jojo und seine kleine Schwester leben bei den Großeltern Mam und Pop an der Südküste der USA. Sie sind schwarz. Die Mutter, Leonie, kümmert sich kaum um die Kinder, sie nimmt Drogen und arbeitet in einer Bar. Der Vater, Michael, ein Weißer, sitzt im Gefängnis. Michaels Vater ist ein Rassist, er hat seinem Sohn nie verziehen, dass er mit einer Schwarzen zusammen ist. Die Großmutter hat Krebs und der Großvater Pop versucht, so gut wie möglich den Haushalt zu führen. Er ist eigentlich die einzige Stütze für Jojo. An seinem 13. Geburtstag schenkt ihm seine Mutter einen Kuchen für kleine Kinder. Der Großvater zeigt ihm, wie man eine Ziege tötet und ausnimmt.

26.10.18

Das Leben des Vernon Subutex

von Virgine Despentes

Im Mittelpunkt des Romans steht Vernon Subutex. Er hatte in Paris einen Plattenladen, der sehr erfolgreich war, er liebt Sex und Drugs und Rock‘n Roll und er kennt sehr viele Leute. Doch mit dem Niedergang der Musikindustrie kommt auch der Niedergang der Plattenläden. Er ist pleite, in der ersten Zeit hält er sich am Leben, indem er auf eBay alte Platten, T-Shirts und Andenken verscherbelt. Dann verliert er die Wohnung. Der soziale Abstieg ist nicht zu vermeiden. Als dann auch noch ein Freund, der ihn finanziell unterstützt hat, plötzlich stirbt, ist er am Ende. Doch er trifft seinen alten Kumpel Xavier, einen Drehbuchautor, der das Glück hatte, eine reiche Frau zu heiraten, mit der er eine Tochter hat und einen Hund. Er hat sich angepasst und wird zum braven Familienvater. Xavier reist mit seiner Familie nach Kanada. Er bietet Vernon an, in der Zwischenzeit sein Haus und den Hund zu hüten.

19.10.18

Rattatatam, mein Herz

von Franziska Seyboldt

2016 hat Franziska Seyboldt in der Taz einen Artikel zu Angststörungen veröffentlicht („Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle“: http://www.taz.de/!5325096/). Das Besondere dabei: sie ist selbst eine Betroffene. Seyboldt leidet seit ihrem 12. Lebensjahr unter einer generalisierten Angststörung. Sie beschreibt die Angst als Ihre ständige Begleiterin die mit 12 Jahren bei einer Arztuntersuchung in das Behandlungszimmer spaziert. Ab diesem Moment ist nichts mehr wie vorher. Dabei stellt Seyboldt die Angst als eine Art uneingeladene Besucherin dar, die sich frech, sarkastisch und lästig wie eine Klette in ihr Leben drängt. Die LeserInnen begleiten Seyboldt durch verschiedene Episoden Ihres Lebens, durch gute und schlechte Tage, Lebenskrisen, verschiedene Therapeuten und Therapieansätze. Die Angst ist dabei immer präsent, mal mehr, mal weniger.

12.10.18

Mausmeer

von Tamara Bach

Es ist die Sprache, die einen sprachlos macht. Die einen trifft wie ein Faustschlag, die gleichzeitig simpel und so unglaublich ist, dass es mit Worten nicht zu beschreiben ist. Ben und Annika sind ungleiche Geschwister. Ben genau 18 und planlos – er hat die Schule abgebrochen, was er das gesamte Buch über seiner Schwester zu erzählen versucht -, seine Schwester ein paar Jahre älter, zielstrebige Studentin und Papas Liebling, landen in Opas altem Haus am Mausmeer. Papa will es verkaufen. Karfreitag bis Ostermontag kommt man oder will man nicht weg von dort. Es steht so viel zwischen den Zeilen, dass man nicht nur beim Lesen, sondern auch beim Denken gefordert ist. Angler und Osterfeuer, zudringliche junge Herren, reden wollen und nicht können. Es passiert so unsagbar viel und gleichzeitig so absolut nichts. Außer eigentlich Alltägliches.

5.10.18

Dann schlaf auch du

von Leila Slimani

„Das Baby ist tot!“ Mit diesem Satz beginnt der Roman. Zugegeben: die ersten drei Seiten des Romans sind nichts für zarte Gemüter. Die Nanny Louise bringt die beiden Kinder der Familie um. Nach diesem blutrünstigen Auftakt erzählt Slimani die Vorgeschichte. Myriam und Paul leben in Paris: es geht ihnen gut. Paul ist erfolgreicher Musikproduzent und Myriam möchte nach der Babypause wieder als Anwältin in einer Kanzlei arbeiten. Aus diesem Grund suchen sie eine Nanny. Und sie finden Louise: sie schließt nicht nur sofort die beiden Kinder ins Herz, sondern sie ist auch eine perfekte Hausfrau. Louise ist wirklich ein Glücksgriff. Sie nehmen sie sogar mit in die Ferien ans Meer. Alles scheint perfekt. Schritt für Schritt bekommt der Leser Einblick in das Leben von Louise. Sie ist zutiefst vereinsamt, wenn sie in ihre winzige Wohnung in den Banlieues zurückkehrt.

28.9.18

Töchter einer neuen Zeit

von Carmen Korn

Beschreibung: 
Eine Geschichte, die das Leben von vier Frauen in Hamburg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt. Da ist Henny, sie will die Hebammenschule besuchen, weil sie Frauen helfen will ihre Kinder zur Welt zu bringen. Hinter ihr liegt ein Weltkrieg und sie lebt täglich mit dessen Folgen. Auch Käthe ihre Freundin, wagt es sich gegen den Willen ihrer Eltern in der Schule anzumelden. Ida hingegen kommt aus einer wohlhabenden Familie und kennt die Probleme der einfachen Leute nicht. Lina ist Lehrerin und sorgt seit dem Tod ihrer Eltern allein für ihren Bruder. Diese Frauen erleben vieles gemeinsam, trotzdem macht jede ihre eigene Entwicklung durch, wie es für diese Generation eben war.

21.9.18

Die Zeit der Ruhelosen

von Karine Tuil

Ein zeitgenössischer, gesellschaftskritischer französischer Roman, der von 3 Antihelden handelt. Der superreiche Geschäftsmann Vely verleugnet seine jüdische Herkunft, erleidet durch einen Medienskandal DEN gesellschaftlichen Abstieg, die Ex-Frau nimmt sich das Leben, die zweite Frau verliebt sich in einen Jüngeren, und die Kinder wenden sich von ihm ab. Der schwarze Politiker Osman Diboula, süchtig nach politischer Anerkennung, schafft es, die rechte Hand des Regierungspräsidenten zu werden, und fühlt sich aufgrund seiner Hautfarbe ständig diskriminiert. Romain Roller kehrt als traumatisierter Soldat aus Afghanistan zurück und kann sich im normalen Leben nicht mehr zurechtfinden. Er verliebt sich in Dagmar, die untreue Frau von Vely.

14.9.18

Am See

von Bianca Bellova

Der Roman spielt an einem See, irgendwo am Rand der ehemaligen Sowjetunion. Am See, der langsam austrocknet und der ziemlich verseucht ist, liegt ein Fischerdorf. Nami, die Hauptfigur, erinnert sich. Der Großvater war Fischer und ist im See umgekommen. Am Rande des Sees haben sich Fabriken zur Fischverarbeitung angesiedelt, auch die sowjetische Kriegsflotte, deren Schiffe vor sich hin rosten. Die Fabriken schließen, es kommen Kinder mit drei Armen auf die Welt, die Kinder haben Ekzeme. Nami erinnert sich an die Schulzeit, das karge Leben im Dorf. Und da ist eine große Lücke. Wer sind seine Eltern? Die Großmutter schweigt beharrlich. Einige lückenhafte Infos bekommt er in der Dorfkneipe. Seine Mutter muss sehr schön sein. Einige behaupten, sie sei ein Flittchen, das in der Stadt lebt. Eine Erinnerung hat der Junge an seine Mutter.

7.9.18

Weißzeit

von Christoffer Carlsson

Veda ist 16 und Schülerin. Sie wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Jakob in einem schwedischen Kaff, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Der Vater hat sich vor Jahren verabschiedet. Jakob betreibt zusammen mit seinem durch eine Kriegsverletzung behinderten Onkel einen illegalen Schnapshandel. Er ist für die Auslieferungen zuständig. Eines Tages wird er gerufen, um eine Leiche zu beseitigen. Veda kriegt das alles live mit. Jakob verschwindet spurlos, die Polizei ist ihm auf den Fersen und hat auch Veda im Visier. Diese will Jakob helfen und betätigt sich als Ermittlerin. Vedas Bettgeschichte Tom scheint mehr zu wissen, als Veda lieb ist. Christoffer Carlsson legt mit „Weisszeit“ sein erstes Jugendbuch vor. Spannend erzählt bis zur letzten Seite, voll krimineller und sexueller Energie. Das Titelbild ist außergewöhnlich schön.

31.8.18

Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

von Andreas Izquierdo

Beschreibung: 
Fräulein Hedy von Pyritz, eine 88jährige selbstbewusste, aber zuweilen auch eitle Frau, entfacht durch ihre Zeitungsannonce einen noch nie dagewesenen Skandal in der kleinen Stadt, in der sie eigentlich herrscht. Sie sucht einen Mann, der sie als Chauffeur zu einem Nacktbadestrand fährt. Und sie lässt sich dabei nicht beirren oder von ihrem Ziel abbringen. Dafür engagiert sie den jungen Physiotherapeuten Jan, der aber noch nichts von seinem Glück weiß. Nach und nach lernen wir diese Personen kennen, ihre Probleme und Wünsche. Anfangs scheint es eine lustige Erzählung, bei der man von der Präsenz und Scharfzüngigkeit der alten Dame richtig amüsiert ist. Auch Jan und die Haushälterin und treue Freundin von Hedy, tragen viel zu dem beschwingten Lesevergnügen bei.

24.8.18

Achtzehn Hiebe

von Assaf Gavron

Eitan ist Taxifahrer in Tel Aviv. Sein Spitzname ist Krokodil. Er hat studiert und war in der IT-Branche erfolgreich. Dann hat er innerhalb einer Woche drei Terroranschläge überlebt. Er wird für kurze Zeit ein Medienstar. Doch das hat ihn aus der Bahn geworfen. Er litt an einer posttraumatischen Störung. Jetzt, 10 Jahre später, ist er geschieden, ab und zu hat er noch Sex mit seiner Ex-Frau, er hat eine kleine Tochter, die er vergöttert und er fährt Taxi. Zweimal in der Woche geht er zum Boxen, um sich abzureagieren. Er ist beliebt bei den Fahrgästen, denn er weiß zu jeder Straße eine Geschichte. Er hat es auch einmal als Detektiv versucht, aber das ging schief. Eines Tages chauffiert er eine alte Dame zum Friedhof zu einem Begräbnis. Es ist das Begräbnis von Edward O‘Leary, ihrem Geliebten, den sie während der englischen Besatzung kennen und lieben gelernt hat.

17.8.18

Arthur und die Farben des Lebens

von Jan-Gabriel Causse

Arthur ist ein Mann in den Dreißigern, der sein Leben schon aufgegeben hat. Sein einziger Lichtblick ist seine schöne blinde Nachbarin Charlotte, die er heimlich beobachtet. Als er eine Arbeit in einer Buntstiftfabrik bekommt und diese Konkurs anmelden muss, mischt er alle noch vorhandenen Pigmente in die letzte Farbmischung und es entstehen ganz besondere Farbstifte. Doch dann passsiert das Unfassbare: die Farben verschwinden von der Erde. Zunächst das Gelb und dann alle anderen Farben. Die Menschheit ist geschockt und stürzt in eine tiefe Krise. Der Drogenkonsum steigt ins Unermessliche und die Wissenschaftler suchen verzweifelt nach einem Grund und einer Lösung.

10.8.18

Frag mich, wie es für mich war

von Christine Heppermann

Freie Verse sind in Jugendbüchern so ein bisschen modern. Ich mag das normalerweise sehr gerne. Ob es für dieses Buch die richtige Form war? Nun ja, ich weiß es nicht. Addie wird jung und ungewollt schwanger. Zusammen mit den Eltern und ihrem Freund entscheidet sie sich für eine Abtreibung. Der Eingriff ist kurz und schmerzlos, die Folgen sind weit reichend. Addie stellt plötzlich alles in Frage. Am stärksten fand ich die Abschnitte auf Millimeterpapier und mit einer anderen Schrift, in denen Addie selber als Autorin auftritt und über die Jungfrau Maria, die unbefleckte Empfängnis und ganz allgemein über religiöse Themen philosophiert und interessante Perspektiven aufzeigt.

3.8.18

Die Geschichte des Wassers

von Maja Lunde

Beschreibung:
Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord Kisten mit Eis der norwegischen Gletscher, diese will Signe ihrer Jugendliebe Magnus vor seine französische Villa kippen und ihn zur Rede stellen.
Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

27.7.18

Ein Gentleman in Moskau

von Amor Towles

Wir befinden uns in Moskau, wo Graf Alexander Rostov, ein 30jähriger Lebemann, im Hotel Metropol seit Jahren sein Leben genießt. Bis zu dem Tag 1922, an dem er gerade hier verhaftet wird, später dann gnädiger weise nicht zum Tode verurteilt wird, sondern zu lebenslangem Hausarrest im Hotel. Dabei verliert er alle Privilegien und muss sich nun eben hier als Kellner das Leben verdienen. Er wäre aber nicht der stets optimistische Graf Rostov, wenn er dabei verzweifeln oder gar seine Manieren vergessen würde. Nein, nichts kann ihn von seinem Glauben abbringen, dass jeder Mensch auch mit kleinen guten Taten viel für seine Umwelt leisten kann. Und so erfahren wir viel von Russland und dessen Geschichte, politischen Umbrüchen und Persönlichkeiten, sowie von seinen Weggefährten im Hotel.

20.7.18

Beim Morden bitte langsam vorgehen

von Sara Paborn 

Die pensionierte Bibliothekarin Irene ist 67 Jahre alt und. Sie war 39 Jahre lang mit Horst verheiratet. Der Roman beginnt damit, dass Irene 6 Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns beginnt, ihre Erlebnisse aufzuschreiben. Sie lebt jetzt in einem Haus mit einem großen Garten und genießt das Leben. Bereits zu Beginn erfahren wir, dass sie ihren Ehemann ermordet hat. Die beiden passen nicht zusammen, sie war unerfahren und hat den falschen Mann geheiratet. Horst ist ein Pedant, für ihn zählt nur die Vernunft und das wissenschaftlich Erklärbare. „Keine Gefühlsargumente!“, so lautet sein Hauptargument in den Diskussionen. Er ist Techniker bei einer Telefonfirma. Das Zerwürfnis beginnt, als Horst auf dem Dachboden, wo Irene ihre Leseecke eingerichtet hat, seinen Audioraum einrichtet, mit teurer Stereoanlage und so weiter, um dort seine grässliche Boogie-Woogie-Musik zu hören. Er verdrängt sie regelrecht und verbannt sie in den Keller.

13.7.18

Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so

von Sarah Bosetti

Existentielles Scheitern und gescheiterte Existenzen sind die Hauptthemen in diesem Buch. Das klingt depressiv und grausam, ist aber absolut amüsant und witzig. Die Ich-Erzählerin hat aus Versehen ein Zwergkaninchen um die Ecke gebracht. Das ist nicht schön. Es ist Silvester und alle Freunde sind aufgrund des Kaninchenmordes keine Freunde mehr. Allein zum Jahreswechsel? Kein Gedanke. Da werden kurzerhand alle möglichen und unmöglichen Leute, die man so im Supermarkt trifft, eingeladen. Der Kassierer kommt als erster, dann Julia Roberts, die weder aussieht wie Julia Roberts noch Julia Roberts ist, ein frisch verliebtes knutschendes Pärchen, ein nicht mehr ganz so frisch verliebtes nicht knutschendes Pärchen, eine alternde Schauspielerin. Es gibt Spinatmuffins, Spinatcocktails, Sekt und geraucht werden Spinatjoints.

6.7.18

Die Schlange von Essex

von Sarah Perry 

Cora Seaborne lebt 1893 mit ihrem Mann und ihrem Sohn in London. Als ihr Mann an einer Krankheit stirbt, ist sie eigentlich erleichtert. Die Ehe war nie glücklich und sie fühlte sich immer in ihrer Freiheit sehr eingeschränkt. Der Arzt ihres Mannes, Dr. Luke Garrett, wegen seiner Größe von Cora als „Kobold“ bezeichnet, ist hoffnungslos verliebt in sie. Diese Liebe wird allerdings von ihr nicht erwidert. Zusammen mit ihrer Freundin Martha und ihrem Sohn reist Cora in den kleinen Küstenort Aldwinter. Dort geht das Gerücht um, der mythische Lindwurm von Essex sei zurückgekehrt und habe schon Menschen getötet. Cora sammelt mit Begeisterung Fossilien, ist eine Anhängerin der Naturwissenschaften und hofft eine neuartige Tierart zu entdecken. In Aldwinter lernt sie durch gemeinsame Bekannte den Pfarrer Will Ransome, dessen Frau Stella und deren drei Kinder kennen.

29.6.18

Die Ermordung des Commendatore Bd. 2: EIne Metapher wandelt sich

von Haruki Murakami

Der reiche Nachbar Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Maler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde „Die Ermordung des Commendatore“. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben.

22.6.18

Der nächstferne Ort

von Hayley Long

Die Eltern von Dylan und Griff, 15 und 13 Jahre alt, kommen bei einem Autounfall ums Leben. Die beiden Jungs werden von ihrer Schulleiterin Blessing aufgenommen. Der Name der Direktorin, der auf Deutsch „Segen“ bedeutet, ist Programm. Die alleinstehende Dame kümmert sich rührend um die traumatisierten Jungs. Ihr Hund Marlon, die unfreundliche Katze Pudders und die schrullige Untermieterin Freda werden Familie – bis eine kinderlose Cousine in Wales die beiden Jungs bei sich aufnimmt. Wieder ist alles neu, doch mit Hilfe der Katze Bara Brith, von Schulfreundin Hari und einem Projekt mit Senioren aus einem Heim bekommt Griff wieder neuen Lebensmut. Und Dylan? Das lesen Sie am besten selber.

15.6.18

Das Meer

von Wolfram Fleischhauer

Die junge Meeresbiologin Teresa verschwindet spurlos, als sie auf einem modernen Fischfang- und Gefrierschiff die Einhaltung der EU-Vorschriften überwachen soll. Sie ist nicht die erste der vielen Beobachter, die auf den Schiffen geschickt werden, um illegale Fischerei aufzudecken, die für immer verschwindet. Gleichzeitig gibt es erste Fälle von Vergiftungen nach dem Konsum von Fisch in mehreren Städten Europas. Buzual Armadores, der Besitzer mehrerer solcher Fischfangschiffe, ist alarmiert. Vor allem, da seine Leute Teresa auf seinem Schiff dabei beobachtet haben, wie sie den gefangenen Fisch mit etwas bespritzt hat. Steckt Ragna di Melo und ihre Truppe von radikalen Umweltaktivisten dahinter, die seit Jahren schon versuchen den skrupellosen Ausbeutern der Meere das Handwerk zu legen? Die Fischereimafia bedroht Ragnas Vater, einen schillernen Lobbyist und drohen ihm, seiner Tochter etwas anzutun.

8.6.18

Unter der Drachenwand

von Arno Geiger

Beschreibung:
Mondsee 1944: Der junge Soldat Veit Kolbe kommt wegen einer Kriegsverletzung von der Front zurück nach Wien. Er hält es jedoch bei seinen Eltern nicht mehr aus und zieht zum Mondsee; sein Onkel, dort Polizeiwachtmeister, konnte ihm ein Zimmer vermitteln. Er leidet an seinen Verletzungen und immer wiederkehrenden Panikattacken. 
Am Mondsee lernt Veit Margarete kennen, eine junge Lehrerin, die dort fünfunddreißig aus Wien verschickte Mädchen betreut und unterrichtet. Sie geht auf seine Avancen nicht ein.

1.6.18

Kleine Stadt der großen Träume

von Fredrik Backman

Eishockey ist alles im Leben der Einwohner einer Kleinstadt in der schwedischen Pampa, vor allem, seit die Juniorenmannschaft wirklich eine reelle Chance hat, die schwedische Meisterschaft zu gewinnen. Zu verdanken haben sie dies einerseits Peter, der in jungen Jahren selbst ein vielversprechender Eishockeyspieler war, in Kanada in der Profiliga spielte und mittlerweile der Direktor des örtlichen Eishockeyclubs ist, und andererseits Kevin, dem herausragenden Supertalent der Jugendmannschaft, Sohn reicher Eltern aus dem Villenviertel, der von Kindesbeinen an nur ein Interesse hatte: auf Kufen einen Puck in ein Tor zu schießen. Was passiert nun aber in eben dieser Kleinstadt, die all ihre Hoffnungen darauf setzt, endlich schwedischer Meister zu werden, wenn die Tochter des Clubdirektors behauptet, vom Star der Eishockeymannschaft vergewaltigt worden zu sein?

25.5.18

Wie ein Himmel voller Seehunde

von Sara Löwestam

Anna und Lollo sind so unterschiedlich, wie Mädchen nur sein können. Erstere aus ärmlichen Verhältnissen mit einem Vater, dem das Leben übel mitgespielt hat und einem Bruder, der „glücklicherweise nicht auf die schiefe Bahn gekommen ist“, letztere mit Ferienhäusern auf der kleinen Insel Sländo in Schweden und in Spanien. Annas „Paradies“ ist ein halb zusammengefallenes Haus auf Sländo. Lollo verbringt auf ebendieser Insel widerstrebend ihre Ferien zusammen mit den Eltern, ihrem Bruder und dessen Freund. Anna ist lesbisch, Lollo sich ihrer sexuellen Neigung noch nicht bewusst. Die beiden freunden sich an und schnell wird in der ruppigen Idylle mehr aus dieser ersten Begegnung. Aber Lollo fehlt der Mut, zu Anna zu stehen. Der Urlaub ist wie die zarte Romanze schnell vorbei, die Mädchen müssen zurück an ihre Schulen.

18.5.18

Die Entdeckung der Dolomiten

von Josiah Gilbert und George C. Churchill 

Erwin Brunner, gebürtiger Pustertaler, Redakteur bei der ZEIT, bei Merian, Chefredakteur von National Geographic, heute freier Journalist und Buchautor, ist auf diesen Reisebericht der beiden Engländer Gilbert und Churchill gestoßen und hat ihn in eine für uns lesbare Form gebracht. Diese Perle der Reiseliteratur, die, 1864 in London erschienen, bereits ein Jahr später in der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Die Dolomitenberge“ vorlag, verlangte einfach danach, neu herausgegeben zu werden. Anstoß für die Reise der beiden Autoren durch das damalige Tirol, Friaul und Venetien war eine Passage aus einem Reiseführer, in dem die „Dolomitenberge“ folgendermaßen beschrieben wurden: „Sie vermitteln einen Reiz des Neuen und von erhabener Größe, der nur von denen gewürdigt werden kann, die ihren Anblick selber genossen haben.

11.5.18

Zorn und Morgenröte

von Renée Ahdieh

Beschreibung:
Der schreckliche Kalif von Chorasan wird von seinen Untertanen gefürchtet. Jeden Abend nimmt er sich ein Mädchen zur Braut, um es am darauffolgenden Morgen hinzurichten. Dieser grausamen Praktik fällt auch Shahrzads beste Freundin Shiva zum Opfer. Blind vor Wut und Schmerz beschließt Shahrzad, sich freiwillig als Braut des Kalifen zu melden um ihn umzubringen.
Voll von wilder Entschlossenheit gelingt es Shahrzad, was noch keiner vor ihr gelungen ist: Sie überlebt das erste Morgenrot. Je mehr Zeit Shahrzad mit dem Kalifen Chalid verbringt, desto schwerer fällt es ihr, die Mordpläne in die Tat umzusetzen. Sie verliebt sich in den Herrscher und erlebt einen besonnenen und freundlichen Mann, der so gar nicht zu seinen Gräueltaten zu passen scheint.

4.5.18

Drei Tage und ein Leben

von Pierre Lemaitre

Beschreibung: 
Der 12jährige Antoine verbringt gern viel Zeit im Wald, und liebt es mit dem Hund des Nachbarn zu spielen. Doch als dieser nach einem Unfall vom Nachbar vor seinen Augen erschossen wird, ist das eine riesige Enttäuschung, die er nicht verkraftet. Er zerschlägt zornig sein geliebtes Baumhaus und will auch nichts mehr mit dem sechsjährigen Nachbarsjungen zu tun haben. Doch seit diesem Tag ist Remi verschwunden. Als nach drei Tagen schwerem Unwetter die Suche nach dem Kleinen aufgegeben wird, kann Antoine aufatmen. Er könnte erklären, was mit Remi passiert ist; das macht er aber nicht und muss somit mit der Last seiner Schuld leben.

27.4.18

Der Garten der Düfte

von Kirsty Manning

Die Autorin erzählt zeitgleich die Geschichte von zwei Frauen: die junge Meeresbiologin Pip lebt in Tasmanien und ist eine leidenschaftliche Köchin. Nach einem Streit mit ihrem Verlobten verläßt sie ihre Heimat und nimmt in Spanien eine Stelle als Hilfsköchin an.
Die zweite Geschichte erzählt von Artemisia, einer jungen Köchin, die 1487 im Chateau de Boschaud arbeitet und für ihren Herrn ein rauschendes Festmahl zur Hochzeit ausrichten muss. Dem Schloss ist ein Kloster angeschlossen und Artemisia unterliegt der Befehlsgewalt des Abts, der mit grausamer Strenge über die Bediensteten und die Mönche herrscht.
Das Verbindende dieser beiden Geschichten sind die Kupfertöpfe aus Frankreich, die Pip zur bevorstehenden Hochzeit geschenkt bekommt.

20.4.18

Durst

von Jo Nesbø

Eine Frau wird in ihrem eigenen Zuhause mit Bissspuren am Hals aufgefunden – ermordet mit Hilfe eines Eisengebisses, der Körper beinahe blutleer. Da Vampirismus ein heiß diskutiertes Thema in der Psychiatrie ist, geht ein Aufschrei durch die norwegische Presselandschaft. Und die Berichterstattung überschlägt sich erst recht, als ein zweiter, ähnlicher Mord geschieht und sich ein namhafter Psychiater mit Spezialgebiet Vampirismus – also der krankhaften Veranlagung, durch das Trinken von Menschenblut Befriedigung zu erlangen – den Medien als Experte zur Verfügung stellt.
Harry Hole arbeitet eigentlich nicht mehr als Kriminalkommissar, er unterrichtet an der Polizeihochschule.

13.4.18

Mein Freund Charlie

von Tanya Lieske

„Gute Literatur ist wie ein Leben, aus dem man die Langeweile herausgeschnitten hat.“ Langweilig ist es nicht in Tanja Lieskes neuem Jugendroman „Mein Freund Charlie“. Der 15-jährige Niks und sein Vater Marhis gehen nach Deutschland, genauer gesagt nach Düsseldorf, noch genauer gesagt, sie fahren mit einem Bus von ECOLINES über 50 Stunden von Lettland nach Düsseldorf. „Deutschland is’gut. In Deutschland haben alle Arbeit und wir haben ja jetzt den Euro.“ Die Realität in der Linienstraße sieht allerdings anders aus. Niks ist viel allein, weil Marhis auf verschiedenen Baustellen schuftet. Er freundet sich mit den Nachbarn an, mit der wunderschönen Natascha, in die er sich verliebt, mit Charlie, der sein bester Freund wird. Zusammen mit Charlies Bruder Vladimir, der irgendwie ballaballa ist, haben die zwei eine gut organisierte Einbrecherbande, zu der bald auch Niks gehört, weil er sich so gut anschleichen kann.

6.4.18

Nichts wünsche ich mir mehr

von Lena Hach

Buchcover und -titel, finde ich, sind eine heikle Angelegenheit. Deswegen ist eine eindeutige Aussage wichtig. „Nichts wünsche ich mir mehr“ zeigt ein Auge, das aus einer schwarzen Kapuze oder einem Kopftuch herausschaut – dachte ich. Das Schwarze ist keine Kapuze, auch kein Kopftuch, sondern es sind Haare. Wenn man das verstanden hat – was bei mir erst im Laufe der Geschichte war -, wird das Cover verständlich und man versteht auch das Thema.
Katha entdeckt münzgroße, kahle Stellen an ihrem Hinterkopf. Haarausfall? In ihrem Alter? Sie ist erst sechzehn und der Haarausfall hat einen Namen: Alopezie. Das bedeutet nicht nur Haarausfall auf dem Kopf, sondern am ganzen Körper. Zu Anfang lässt es sich noch gut verstecken, doch die Krankheit schreitet voran. Katha verliert immer mehr Haare und damit steigt die Angst, zur Schule zu gehen.

30.3.18

Lied der Weite

von Kent Haruf

Beschreibung:
Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Die siebzehnjährige Victoria Roubideaux ist schwanger. Den Vater des Kindes, eine Sommerliebe, kennt sie kaum. Aber sie will das Kind unbedingt zur Welt bringen, auch wenn ihre Mutter sie deswegen aus dem Haus geworfen hat. Durch die Vermittlung ihrer Lehrerin Maggie Jones kommt Victoria auf der Farm von Raymond und Harold McPheron unter, zwei rauhbeinigen, unverheirateten alten Viehzüchtern, die mehr Ahnung von Kühen als von Menschen haben. Doch je größer Victorias Bauch wird, desto weniger klar wird gleichzeitig, wem mit diesem Arrangement mehr geholfen ist: dem Mädchen oder den alten Herren.
Und dann gibt es auch noch die Lehrerin Maggie, die ihren betagten Vater pflegt, und in ihren Lehrerkollegen Tom Guthrie verliebt ist. Dieser wiederum muss sich allein um seine beiden Söhne kümmern, seit seine Frau und Mutter der Kinder die Familie verlassen hat. Davon erzählt auf ergreifende Weise Kent Harufs bekanntester Roman.

Fazit:
Das Lied der Weite, im Original „Plainsong“, ist Harufs bekanntester Roman und erschien auf Deutsch bereits im Jahr 2001 im Goldmann Verlag, jedoch ohne größere Beachtung zu erlangen. Das wird sich nach der Verfilmung von „Unsere Seelen bei Nacht“ und der Übernahme durch den Diogenes-Verlag wohl ändern.
Harufs Erzählstil ist einfach und nüchtern. Er beschreibt seine Protagonisten klar und deutlich, aber ohne ihre Gefühle zu schildern. Die muss der Leser selbst entwickeln. Jeder dramatischen Familiensituation steht immer wieder ein herzensguter Mitmensch von außerhalb beiseite. In diesem Buch sind es die Mütter, die ihre Familien im Stick lassen. Aber immer gibt es Hilfe und Unterstützung von einer anderen, unerwarteten Seite. 
Empfehlung:
Kent Haruf steht für eine angenehme, berührende Lektüre und hat absolutes Suchtpotential. Seine Bücher (und es werden jetzt wohl alle übersetzt werden) dürfen in keiner Bibliothek fehlen. 

23.3.18

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

von Joachim Meyerhoff

Beschreibung: 
Alle Toten fliegen hoch - Die Geschichte geht weiter. Jetzt hat Joachim endlich ein Engagement am Theater und ist verliebt. In seiner unvergleichlichen Art erzählt er von seinem Leben an der Seite von Hannah, von Franka und von Ilse. Die liebt er aber nicht nacheinander, sondern alle gleichzeitig. Und da kann man sich schon denken, dass das Leben nicht einfach und problemlos ist. Er beschreibt sehr beeindruckend und gnadenlos ironisch die superintelligente Studentin Hanna mit ihren physischen und psychischen Vorzügen, die überaus feierfreudige Tänzerin Franka, die sich gern von ihm massieren lässt und die rundliche Bäckersfrau Ilse, in deren Backstube es so gemütlich ist. Und natürlich erzählt er genauso detailreich von seinen Affären, Verwicklungen, Bettszenen und Empfindungen in allen Einzelheiten.

16.3.18

Ana und Zak

von Brian Katcher

Ana ist nicht nur Klassen- sondern Schulbeste. Das verlangt natürlich jede Menge Zeit und Einsatz und lässt keinen Raum für Freunde. Ihr Bruder Clayton ist 13, Wunderkind von Beruf und überbehütet wie seine Schwester, will heißen, beide dürfen von zu Hause aus absolut gar nichts machen. Das liegt an der älteren Schwester Nichole, die mit 16 schwanger wurde und von zu Hause ausziehen musste. Die Eltern haben keinerlei Kontakt mit ihr, Ana und Clayton auch nicht. Ganz anders die Welt von Zak. Ebenso wie Ana ist er 18. Er lebt in den Tag hinein, hat keinen Studienplatz und fällt im Idiotenfach „Gesundheitslehre“ durch, weil seine Abschlussarbeit offensichtlich aus dem Internet abgeschrieben ist. Mrs. Brinkham verdonnert Zak zur Teilnahme am Quiz-Bowl-Turnier in Seattle.

9.3.18

Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden

von Laurent Gounelle

Alice ist eine erfolgreiche Kommunikationsberaterin und ihr bester Freund aus Kindertagen, Jérémie, ist Priester. Er wohnt noch in Cluny, einem kleinen Städtchen, wo Alice auch aufgewachsen ist und ihr Vater noch lebt. Jérémie ist frustriert, weil nur sehr wenige Menschen sich bei seinen Gottesdiensten blicken lassen. Alice bietet ihm ihre Hilfe an .Als überzeugte Atheistin beginnt sie gleich, sich mit der Bibel vertraut zu machen und beschäftigt sich auch mit Daoismus, Hinduismus und Buddhismus. Sie ist überzeugt, dass sie mit den modernen Formen des Marketings auch der katholischen Kirche zu mehr „Kunden“ verhelfen kann. Und es gelingt ihr tatsächlich mit ihren unkonventionellen Ideen den Zulauf zur Kirche zu verstärken. So gestaltet sie ein Werbeplakat, in dem sie den Beichtstuhl als „Die Hütte der Ratschläge“ anpreist und die Leute einlädt, sich ganz ungezwungen und vertraulich über persönliche Probleme mit dem Priester auszutauschen. Auch die Predigten von Jeremie werden durch die Anleitung von Alice ansprechender und die Kirche wird tatsächlicher immer voller. Sehr zum Leidwesen einiger weniger Gläubiger, die sich in ihrem Glauben verraten fühlen und der Kirchenspitze Meldung machen. Diese sieht es gar nicht gern, wenn die katholischen Regeln nicht eingehalten werden und es kommt, wie es kommen muss: trotz steigender Gläubiger in seiner Gemeinde wird Jeremie nach Afrika versetzt.
In diesem Roman geht es aber weniger um die Handlung und die Personen, sondern um die Suche von Alice nach einem konkreten Sinn und einer Legitimation der Religion. Sie vergleicht die verschiedenen Religionen, wendet Bibelstellen in ihrem Leben an und entdeckt, dass das Leben sich dadurch wirklich verändert. Die Erkenntnis, dass die unterschiedlichen Religionen und Glaubensrichtungen ihre Inhalte zwar anders ausdrücken, aber im Prinzip das gleiche aussagen, beeindruckt auch Alice.
Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, auch wenn es kein Roman im herkömmlichen Sinne ist. Aber die Erkenntnisse von Alice sind sehr interessant und bringen einem zum Nachdenken. Und dass ein modernes Marketingkonzept der Kirche zu mehr Anhängern verhelfen könnte, ist ein interessanter Gedanke.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich mit Religion, Glauben und Spiritualität auseinandersetzen und überzeugt sind, dass das Göttliche nicht nur in der Kirche zu finden ist! 

2.3.18

Qualityland

von Marc-Uwe Kling

Sie möchten, passend zum Jahresbeginn, einen Blick in die Zukunft werfen? Dann lesen Sie diesen Roman, der es sogar auf die Bestsellerliste des Spiegels geschafft hat.
Der Autor zeichnet das Bild einer durchaus denkbaren Welt, die in einer nicht allzu fernen Zukunft liegt. Der Reiz des Buches liegt nämlich vor allem darin, dass Kling Entwicklungen, die sich bereits jetzt, also ganz konkret in unserem gegenwärtigen Leben und in unserer Gesellschaft ziemlich deutlich abzeichnen, weiterdenkt: Alles, was im Roman passiert, ist nicht nur vorstellbar, sondern absolut möglich, ja vielleicht sogar ziemlich wahrscheinlich. Qualityland ist die beste aller Welten, das zumindest ist das Motto, ein Motto, das sich allerdings alsbald als Lüge entpuppt.

23.2.18

Der Jasmingarten

von Simonetta Agnello Hornby

Beschreibung: 
Das ist die Geschichte von Maria, Giosuè und Pietro. Maria lebt recht behütet als einziges Mädchen in einer Anwaltsfamilie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Sizilien. Ihr Verhältnis zu Brüdern und Eltern ist sehr gut und sie wird sehr modern erzogen. Nach dem Tod seines Freundes kümmert sich ihr Vater Ignazio Marra um dessen Sohn Giosuè als wäre es seiner. Zwischen Maria und Giosuè entwickelt sich eine innige Freundschaft. In der Zeit, als die Familie Marra finanziell nicht mehr für das Studium aller Kinder aufkommen kann, lernt Maria Pietro kennen. Der stammt aus einer mächtigen und reichen Familie, ist um einiges älter als Maria und gilt als Lebemann und Liebhaber alles Schönen. Er hält um ihre Hand an und sie heiratet ihn gegen den Willen ihrer Eltern. Giosuè steht ihr auch in dieser Zeit zur Seite und wird zu einem wichtigen Freund der Familie.

16.2.18

Die Ermordung des Commendatore Bd. 1: Eine Idee erscheint

von Haruki Murakami

Beschreibung:
Der namenlose Ich-Erzähler und erfolgreiche Portrait-Maler reist, nachdem in seine Frau von einem Moment auf den anderen verlassen hat, ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in ein abgelegenes Haus, das einem berühmten Künstler gehört, zurück. Eines Tages erhält er ein äußerst lukratives Angebot. Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Das, was Menshiki ausmacht, kann er nicht erfassen. Wer ist dieser Mann, dessen Persönlichkeit er nicht erfassen kann?
Durch einen Zufall entdeckt der junge Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde.

9.2.18

Und es schmilzt

von Lize Spit

Beschreibung:
Im Zentrum des Romans stehen die drei Musketiere: Eva, Pim und Laurens. Als die drei einzigen Kinder ihres Jahrgangs bilden sie in ihrer Schule die „Beistellklasse“, die Klasse, die an eine andere angehängt wird. Die drei Jugendlichen verbringen viel Zeit miteinander im kleinen belgischen Dorf Bovenmeer, wobei immer deutlicher wird, dass Eva nicht wirklich zu diesem eingeschworenen Trio dazugehört. Was anfängt wie ein unbeschwerter Sommer auf dem Lande, entwickelt sich düster. In Evas Familie läuft es gar nicht gut, beide Eltern sind Alkoholiker und ihre Schwester flüchtet sich in Zwangshandlungen und verweigert die Nahrungsaufnahme. Die beiden Jungs denken sich ein perfides Spiel aus, um an Mädchen heranzukommen. Die Situation eskaliert.

2.2.18

Nussschale

von Ian Mc Ewan

Ein solches Buch haben Sie noch nie gelesen! Vor allem die Erzählperspektive ist ungewöhnlich. Erzählt wird aus der Perspektive eines Ungeborenen im Mutterleib. Die Mutter, Trudy, ist hoch schwanger, sie hat den Vater des Ungeborenen, John, aus dem Haus vertrieben. Der Vater ist ein erfolgloser Verleger, er kennt tausend Gedichte auswendig und schreibt selber Lyrik. Trudy hat ihren Liebhaber ins Haus geholt, einen gewissen Claude, einen erfolglosen Bauunternehmer, der sich vor allem für Autos und Anzüge interessiert. Claude ist John’s Bruder. Die Mutter und der Liebhaber hecken einen Plan aus. Sie wollen John umbringen und das Elternhaus verkaufen. Das möchte das Ungeborene auf jeden Fall verhindern. Kann das gut gehen?

26.1.18

Wenn der Sturm kommt

von Tom Avery

Ned und Jamie sind ungleiche Zwillinge. Jamie „normal“, Ned schwer krank. Mukoviszidose nennt sich das Todesurteil. Schon lange gehen die beiden nicht mehr zur Schule. Ned aus Krankheitsgründen, Jamie, weil er sich um seinen Bruder sorgt. Sie werden von ihrer Mutter und vom Großvater unterrichtet. Der Großvater erzählt den Jungs Geschichten über unheimliche Meeresbewohner, die Wunder vollbringen. Fasziniert lauschen die Zwillinge diesen Erzählungen. Das Hobby der Brüder ist es, „wenn der Sturm kommt“ darauf zu warten, dass er wieder vergeht und dann los zu ziehen und viele angeschwemmte Fundstücke zu sammeln, die dann in der Garage gehortet werden. Eines Tages finden sie ein Lebewesen, nicht Mensch, nicht Fisch, das verletzt zu sein scheint und nehmen es mit in die Garage, wo sie es füttern und pflegen.

19.1.18

Die Party

von Elizabeth Day

Beschreibung:
Martin Gilmore ist anders als die anderen. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt, aufgewachsen ist er in ärmlichen Verhältnissen bei seiner lieblosen, strengen Mutter. Er hasst sie bis zu heutigen Tag und vermeidet den Kontakt mit ihr, wo es nur geht.
Es gibt eigentlich nur einen Menschen, der ihm wirklich etwas bedeutet: Ben, sein bester Freund. Da kann auch seine Frau Lucy nicht mithalten. Auch wenn er sich nicht eingestehen will, so dreht sich in Martin Gilmores Leben doch nur alles darum, Ben zu gefallen, Ben ähnlich zu sein. Und Ben ist das absolute Gegenteil von Martin: weltoffen, attraktiv, humorvoll und sehr, sehr reich. Durch Ben lernt Martin die Welt der Oberschicht kennen, und er tut alles, um dazuzugehörigen. Dazu nimmt er auch die Schuld für einen tödlichen Autounfall auf sich.