18.12.15

Maroniküsse

von Marie Tappeiner

Die Berlinerin Lea fährt mit dem Auto ihrer besten Freundin an den Gardasee, im Gepäck eine versiegelte Kiste, die sie für einen renommierten Kunstprofessor an eine Galerie liefern soll. Dafür verspricht er ihr einen Platz in einem seiner heißbegehrten Kunstseminare. Aufgrund einer selbst verschuldeten Autopanne bleibt Lea jedoch in einem fiktiven Südtiroler Bergdorf hängen. Da das Auto wieder flott gemacht werden muss, muss sie sich zwangsläufig auf einem Bauernhof ein Zimmer mieten und für ein paar Tage bleiben. Sie gerät an einen windigen Schürzenjäger, der sie zum Törggelen einlädt, freundet sich mit der Bäuerin an und führt Orakelsitzungen mit einer Henne durch, die in die Zukunft sehen kann.

11.12.15

Die Krähe

Kader Abdolah

Der Autor stammt aus dem Iran und lebt seit 1989 im niederländischen Exil. Er publiziert unter dem Pseudonym Kader Abdolah. In seinem letzten Buch „Die Krähe“ erzählt der Autor die Lebensgeschichte der Kaffeehändlers Refiq Foad. Bereits als Kind träumt er davon, Schriftsteller zu werden. Seine erste Erzählung schreibt er aus Liebeskummer und veröffentlicht sie in einer Teheraner Zeitung. Er wendet sich marxistischen Gruppen zu und kämpft gegen den Schah. Doch es kommt anders. Die Mullahs kommen an die Macht und an weitere Veröffentlichungen ist nicht mehr zu denken. Schließlich flüchtet er über Kurdistan in die Türkei und landet in den Niederlanden, einem Land, wo es dauernd regnet und jeden Tag der Wind geht. Es wird ihm schlagartig bewusst, dass es keinen Sinn mehr hat, in seiner Muttersprache zu schreiben, denn: wer soll diese Texte lesen?

4.12.15

Wo Licht ist

von Sarah Moss

Beschreibung:
Manchester, Mitte des 19. Jahrhunderts. Ally ist die Tochter von extrem unterschiedlichen Eltern: ihr Vater Alfred Moberley ist ein bekannter Maler, warmherzig und hedonistisch. Ihre Mutter Elizabeth ist eine unbeugsame Christin, die sich entschlossen für die Rechte von Armen und Frauen einsetzt, sich selbst jedoch kasteit und den beiden Töchtern vorlebt, dass religiöse und politische Prinzipien wichtiger sind als der eigene Hunger, Gefühle und die Sehnsucht nach Wärme. Als religiöse Frau rechtfertigt Elisabeth die seelischen und körperlichen Misshandlungen, vor allem ihrer älteren Tochter Ally. Lieblosigkeit, Strenge, Bestrafungen, diese Dinge erfährt Ally schon in früher Kindheit und Jugend. Der Vater zieht sich angesichts der Umstände in seiner Familie immer mehr in sein Atelier, in seine Künstlerwelt und in außereheliche Beziehungen zurück.