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27.10.17

Gejagt

von Thomas Enger

Henning Juul will endlich genau wissen, wer seine Hände mit im Spiel hatte, als sein Sohn vor einigen Jahren bei einer Brandstiftung ums Leben kam. Um herauszufinden, wer ihm damals Böses wollte und seine Wohnung angezündet hat, nimmt er unbezahlten Urlaub und begibt sich tief in das kriminelle Milieu Oslos hinein, ja: er lässt sich sogar auf eine Art Fight Club ein, um an Informationen heranzukommen. Inzwischen macht sich Nora, seine Ex und Mutter von Jonas, auf die Spur ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Hella. Diese hatte einen dreiwöchigen Urlaub fingiert und ist seitdem verschwunden. Der Ehemann möchte, dass die Zeitungen über Hellas Verschwinden schreiben, da er sich dadurch Hinweise aus der Bevölkerung auf Hellas Aufenthalt erhofft.

28.7.17

Britt-Marie war hier

von Fredrik Backman

Jahrelang war Britt-Marie nur für ihren Ehemann und seine Kinder da, kochte, pflegte den Balkon, putzte die Wohnung und verschloss vor allen Eskapaden ihres Mannes die Augen. Doch als dieser einen Herzinfarkt erleidet und sie von seiner Geliebten darüber informiert wird, muss sie den Tatsachen in die Augen blicken: mit ihren 63 Jahren verlässt sie ihn und tritt den schweren Weg zum Arbeitsamt an, da sie sich nun selbst versorgen muss. Mit der ihr eigenen Beharrlichkeit erhält sie, obwohl ungelernt, unerfahren und jenseits des normalen Anstellungsalters, tatsächlich einen Job als Hausmeisterin eines Jugendzentrums, das eigentlich schon längst geschlossen sein sollte. Es befindet sich in Borg, einer Kleinstadt an einer Durchfahrtstraße, und außer dem durch ein Versehen noch nicht abgewickelten Jugendzentrum gibt es hier so gut wie nichts mehr: keinen Fußballplatz, keinen Arzt, kein Postamt, keine Autowerkstatt… alles ist der Finanzkrise zum Opfer gefallen.

6.1.17

Unternehmer

von Matthias Nawrat

Lipa ist dreizehn Jahre alt; sie lebt mit Vater, Mutter und jüngerem Bruder im Schwarzwald. Soweit könnte alles ganz normal sein, wenn da nicht die Sache mit dem Unternehmertum wäre. Lipas Vater ist nämlich Unternehmer, so bezeichnet er sich und seine Kinder, d.h. er sammelt Schrott aus alten aufgelassenen Fabriken, von denen es im Schwarzwald jede Menge gibt. Spätestens daran erkennt die Leserin, dass die Geschichte in der Zukunft angesiedelt ist, einer Zukunft, die allerdings weder so fern noch so utopisch scheint.
Geld und Arbeit sind in den großen Städten konzentriert; auf dem Lande gibt es Arbeitslose, Herumlungernde, keine oder kaum Krankenversorgung, die Schule ist kein Muss mehr, wer nicht hingeht, ist selber Schuld, nützen tut ein Schulbesuch aber eh nichts.

9.9.16

Die große Kälte

vom Rosa Ribas und Sabine Hofmann

Die junge Journalistin Ana Marti arbeitet 1956 in Barcelona bei einer Zeitung und wird von dieser in die Berge von Aragonien geschickt. Dort in einem entlegenen kleinen Bergdorf wohnt ein junges Mädchen mit Stigmata an Händen und Füßen und Ana soll darüber einen Artikel verfassen. Von den Dorfbewohnern wird die kleine Isabella wie eine Heilige verehrt, Ana hingegen zweifelt an der Wahrheit der Wundmale. Im Dorf angekommen schlägt ihr von den meisten Bewohnern Ablehnung und Misstrauen entgegen. Der Bürgermeister und der Dorfpfarrer hingehen empfangen sie mit offenen Armen und erhoffen sich persönliche Vorteile. Der Pfarrer erwartet sich vom Zeitungsartikel, dass der Vatikan von der kleinen Isabella erfährt und sie heilig spricht. Damit würde auch seine Priesterkarriere einen gewaltigen Aufschwung erleben.

12.2.16

Der Apfelsammler

von Anja Jonuleit

Hannah fährt nach dem Tod ihrer Tante Eli zu deren Ferienhaus in einem kleinen umbrischen Dörfchen. Eigentlich will sie nur die persönlichen Sachen an sich nehmen, das Haus ausräumen und es dann verkaufen, dann bleibt sie aber doch. Anfangs nur, um eine Reportage über einen geheimnisumwitterten, undurchschaubaren Apfelbauern zu schreiben, der es sich zum Ziel gesetzt hat, alte Apfelsorten zu retten und weiterzuzüchten, später, weil sie sich ernsthaft in diesen knurrigen Mann verliebt hat. Gleichzeitig möchte sie gerne mehr über Elis geheimnisvolle große Liebe herausfinden – ihrer Ansicht nach war die Tante nämlich immer alleine durchs Leben gegangen, doch jetzt erfährt sie nach und nach, dass dem gar nicht so war und dass es in der Jugendzeit ihrer Tante einige dramatische Ereignisse gab, die sich auf ihr ganzes Leben auswirkten.

29.1.16

„Sterben“ - „Lieben" - „Spielen" - „Leben" - „Träumen"

von Karl Ove Knausgård


Der Autor machte in den letzten Jahren mit einer sechsbändigen Autobiographie von sich reden, die er im Originaltitel „Mein Kampf“ (mit der entsprechenden Bandnummerierung) nannte. Kein Wunder, dass die Titel im deutschen Sprachraum umbenannt wurden.

18.12.15

Maroniküsse

von Marie Tappeiner

Die Berlinerin Lea fährt mit dem Auto ihrer besten Freundin an den Gardasee, im Gepäck eine versiegelte Kiste, die sie für einen renommierten Kunstprofessor an eine Galerie liefern soll. Dafür verspricht er ihr einen Platz in einem seiner heißbegehrten Kunstseminare. Aufgrund einer selbst verschuldeten Autopanne bleibt Lea jedoch in einem fiktiven Südtiroler Bergdorf hängen. Da das Auto wieder flott gemacht werden muss, muss sie sich zwangsläufig auf einem Bauernhof ein Zimmer mieten und für ein paar Tage bleiben. Sie gerät an einen windigen Schürzenjäger, der sie zum Törggelen einlädt, freundet sich mit der Bäuerin an und führt Orakelsitzungen mit einer Henne durch, die in die Zukunft sehen kann.

27.11.15

Nicht mit mir

von Per Pettersson 

Jim und Tommy waren Kindheitsfreunde, obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Familien kommen: Jim stammte aus einem armen Elternhaus, der Vater war Alkoholiker, die Mutter weggelaufen, und Jim musste sich um seine drei jüngeren Geschwister kümmern. Trotzdem gelang es ihm nicht, nach einem weiteren tragischen Ereignis die Familie zusammenzuhalten. Heute ist er ausgebildeter Bibliothekar, aber seit einem Jahr wegen psychischen Problemen krankgeschrieben. Er lebt alleine und verbringt seine Zeit beim Fischen auf der Brücke der Insel Ulvøya vor Oslo. Tommy kam aus einer sehr religiösen, behüteten Familie und machte Karriere in der Finanzwelt, ist aber unzufrieden und unglücklich. Er lebt auf Ulvøya und erkennt eines grauen Morgens Jim in einem der Angler an der Brücke.

20.11.15

Die dritte Stimme

von Rolf und Cilla Börjlind

Nachdem der obdachlose ehemalige Polizeikommissar Tom Stilton zusammen mit der Polizeistudentin Olivia Rönning erfolgreich am letzten Fall seiner ehemaligen Kollegin Mette Olsäter mitgearbeitet hat, rappelt er sich wieder dazu auf, in die zivilisierte Welt zurückzukehren. Er bezieht die alte Fischerhütte, die er geerbt hat, und gewöhnt sich wieder an ein festes Dach über dem Kopf. Dann sieht er den Tag der Rache gekommen: Der Mann, der ihn damals in die Obdachlosigkeit getrieben hat, soll nun bezahlen. Bevor Stilton seine Pläne jedoch in die Realität umsetzen kann, kommt ihm ein Ereignis in die Quere, das seinen Freund Abbas total aus der Bahn wirft. Dessen große Liebe, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, wird zerstückelt in einem Waldstück bei Marseille aufgefunden.

19.6.15

Beim ersten Schärenlicht

von Viveca Sten

Mit Jonas ist Nora endlich wieder glücklich und möchte mit ihren Kindern und seiner Tochter ein entspanntes Mittsommernachtswochenende auf ihrer Insel im Stockholmer Schärengarten verleben. Doch Jonas‘ halbwüchsige Tochter taucht nach dem Mittsommerfest nicht mehr zu Hause auf. Wie viele andere ihrer Teenager-Freunde hat auch sie von zu Hause Alkohol mitgehen lassen und sich exzessiv betrunken. Verzweiflung macht sich bei Nora und Jonas breit, vor allem, als Noras alter Freund Thomas Andreasson auf der Insel auftaucht, und zwar in seiner Funktion als Kommissar. Am Morgen nach dem Fest wurde nämlich die Leiche eines Jugendlichen gefunden…

5.6.15

Augustas Garten

von Andrea Heuser

Beschreibung:
Die fünfjährige Augusta verlässt mit ihrer Mutter Barbara ihr Zuhause. Sie fahren zu Eduard, dem neuen Freund der Mutter. „Zu Besuch“, wie die Mutter erklärt. Augusta ahnt nicht, dass dies ein Abschied von ihrem Vater und ihrem bisherigen Leben wird.
Den neuen Ort mag sie nicht, genauso wenig wie Eduard. Doch Barbara verschweigt ihrer Tochter die Wahrheit. Auf deren drängende Fragen, wann sie denn endlich nach Hause fahren würden, antwortet sie konsequent mit einem unbestimmten „bald“. Dieses Wort gibt Augusta Zuversicht, doch an ihrem sechsten Geburtstag begreift sie die Wahrheit: ihre Mutter hat sie angelogen, sie wird nie mehr zu ihrem Vater zurückkehren. Augusta packt ihren Rucksack und läuft davon. 
Während die Polizei nach dem Kind sucht, wird die Mutter in ihrer Angst auf sich selbst zurückgeworfen. Es zeigt sich, dass ihr Leben schon immer von Flucht und der verzweifelten Suche nach Halt geprägt war. Indem sie ihr Kind angelogen und in Ungewissheit ließ, hat sie die Muster ihrer Familie wiederholt und damit das Leben ihres Kindes auf fatale Weise für immer verändert.

Fazit:
Andrea Heuser (im Jahr 2012 übrigens unter den Finalistinnen des Lyrikpreises Meran) erzählt in ihrem ersten Roman eine berührende Mutter-Tochter-Geschichte in leisen feinen Tönen. Kindheitserinnerungen der erwachsenen Protagonisten wechseln sich ab mit Augustas kindlicher Denk- und Erklärungsweise. Es ist eine Geschichte über die tragischen Folgen, die aus zu langem Schweigen erwachsen können und über die Macht der Imagination.

Empfehlung:
Augustas Garten ist eine Empfehlung für alle Leserinnen und Leser die sich an poetischen, klugen und bewegenden Geschichten erfreuen können. 

24.4.15

Obsidian – Schattendunkel von Armentrout

Jennifer L.

Die 17-jährige Katy ist nach dem Tod ihres Vater zusammen mit ihrer Mutter aus Florida weg und in das verschlafene Nest Ketterman in West Virginia gezogen.
Während sich ihre Mutter, um über den Verlust hinwegzukommen, in die Arbeit stürzt, zieht sich Katy, als leidenschaftliche Buchbloggerin, lieber zurück.
Als sie sich eines Tages, auf Drängen ihrer Mutter hin, doch noch entschließt, neue Kontakte zu knüpfen, lernt sie ihren Nachbar Deamon, den wahrscheinlich bestaussehendsten, wie aber auch ungehobeldsten Typen kennen, der ihr je über den Weg gelaufen ist.
Ganz im Gegensatz zu seiner Zwillingsschwester Dee, die sich mit Katy auf Anhieb gut versteht, lässt Deamon keine Gelegenheit aus, um Katy zu ärgern.

17.4.15

Schlafe, mein Prinzchen, schlafe ein

von Karin Fossum

Beschreibung:
Der Super-Gau für jede Familie. Nur einen kurzen Augenblick hat Carmen ihren kleinen Sohn aus den Augen gelassen. Er ertrinkt im Stausee. Tommy war erst 16 Monate alt und hatte das Down-Syndrom. Alle sind sich einig, dass es ein tragischer Unfall gewesen sein muss, nur Kommissar Sejer lässt der Fall keine Ruhe. Zu viele Ungereimtheiten tauchen auf. Wie kam der gehbehinderte Junge aus dem Haus? Warum war er nackt? Und wie ist das eigenartige Verhalten der Mutter zu deuten? Was stimmt nicht mit dieser Familie?

2.4.15

Grimmbart

von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Im Schloss in Bad Grönenbach wird die Schlossherrin ermordet und auf sehr makabre Weise wie ein Gemälde, das seit Jahren in Familienbesitz ist und eine Vorfahrin darstellt, arrangiert. Ihr Witwer, der Baron, verhält sich in der Folgezeit äußerst merkwürdig und verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald, in welchem lebensgroße Figuren aus Märchen stehen. Kluftinger ist mit diesem Fall schwer beschäftigt, hat aber zusätzlich noch Familienstress: sein Sohn heiratet, und er ist in die Hochzeitsvorbereitungen eingebunden, so weit er sich halt an die Vereinbarungen und Verabredungen erinnert. Aber falls er mal etwas vergessen sollte, springt schon sein allzeit verhasster „Freund“, Doktor Langhammer, ein… sehr zum Missfallen von Kluftinger.

6.3.15

Das Mädchen, das verstummte

von Michael Hjorth undHans Rosenfeldt: 

In einer schwedischen Kleinstadt wird eine ganze Familie kaltblütig ermordet. Dabei übersieht der Täter jedoch eine Zeugin: die zehnjährige Cousine, die zu Besuch war und die Tat mit angesehen hat, aber unentdeckt geflohen ist. Nun befindet sie sich alleine in den Wäldern Schwedens und will an einen Ort, an dem sie sicher ist – während sie sowohl von der Polizei als auch vom Täter fieberhaft gesucht wird. Der Polizeipsychologe Sebastian Bergman ist, trotz aller Schwierigkeiten im Team, ebenfalls wieder an der Aufklärung des Falles beteiligt. Ihm gelingt das, was niemand erwartet hat: Als das Mädchen endlich gefunden wird, fasst es allein zu ihm Vertrauen. Und obwohl es nicht spricht, versucht es, sich durch Zeichnungen auszudrücken. Bei Bergman werden indes wieder schmerzhafte Erinnerungen an seine eigene Tochter wach…

27.2.15

Und auch so bitterkalt

von Lara Schützsack

Lucinda ist schön, abenteuerlustig und leuchtet wie ein Stern. Sie scheint in einer anderen Welt zu leben. „Ich will eine Muse sein. Musen lieben nicht, sie werden geliebt“, sagt Lucinda von sich selbst. Sie wird von ihrer kleinen Schwester Melina vergöttert, denn Lucinda verbringt sehr viel Zeit mit ihr und erklärt ihr die Welt. Doch wenn es um Jungs geht, ist Malina ausgeschlossen. Und Lucinda hat eine faszinierende Wirkung auf das männliche Geschlecht. Aber sobald die Jungs mit Lucinda im Keller verschwinden, wagt sich keiner mehr in ihre Nähe. Als Lucinda Jarvis kennen lernt, scheint die Welt stillzustehen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Lucinda jedoch spielt ihre Macht über Jarvis aus und fordert ihn immer mehr heraus. Bis eines Tages die Situation eskaliert und das Schlimmste passiert: Jarvis begeht Selbstmord. Lucinda verschwindet immer mehr in ihrer eigenen Welt und verweigert konsequent die Nahrungsaufnahme. Ihre Eltern müssen verzweifelt zusehen, wie sie ihre Tochter verlieren.

20.2.15

Schnee kommt

von Bernhard Aichner

Valentin gerät auf der verschneiten Straße plötzlich ins Schleudern. Sein LKW schlittert ungebremst über den Asphalt, walzt dabei die Kabine der Tunnelmautstation nieder und kommt erst zum Stehen als er sich im Tunneleingang verkeilt. Fast zeitgleich geschieht im Tunnel ein zweiter tragischer Unfall, bei dem sich ein Auto überschlägt und zwei weitere miteinander kollidieren. Der Kunsthändler Maurice ist auf der Stelle tot. Der Arzt Bertram bleibt im Auto eingeklemmt. Alle anderen Beteiligten sind wie durch ein Wunder unverletzt. Da ist Suza, eine „blinde“ Fotografin, Claudia, Bertrams Ehefrau und Walter, ein depressiver Polizist. Unter Schock versuchen sie zunächst Hilfe zu holen, doch es gibt weder Handyempfang noch funktionierende Notrufsäulen.

13.2.15

Ein ganzes Leben

von Robert Seethaler 

Beschreibung:
Das einfache Leben eines Berglers: Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Der Großbauer Hubert Kranzstocker nimmt ihn widerwillig bei sich auf; Eggers Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit, Arbeit und Schlägen auf den nackten Hintern. Doch er wächst zu einem kräftigen jungen Mann heran, der sich bald einem Arbeitstrupp anschließt, der Seilbahnen baut, und damit auch die Elektrizität und den Fortschritt ins Dorf bringt. Egger lernt die Liebe seines Lebens kennen, macht ihr einen außergewöhnlichen Heiratsantrag, und erwirbt ein kleines Häuschen am Berghang. Doch das Glück währt nicht lange, das Haus wird eines Nachts von einer Lawine mitgerissen und Eggers junge Frau Marie stirbt in den Schneemassen. Egger meldet sich zum Kriegsdienst und kommt in russische Gefangenschaft. Als er vom Krieg zurückkommt, verdient er seinen Unterhalt als Wanderführer. Mit zunehmendem Alter zieht er sich zurück und blickt mit Staunen zurück auf die Jahre, die hinter ihm liegen.

6.2.15

Das Polykrates-Syndrom

von Antonio Fian

Artur ist Akademiker und arbeitet zum Leidwesen seiner Frau Rita in einem stinknormalen Copyshop. Er führt ein eher langweiliges Leben, das vom Alltagstrott bestimmt ist. Auch seine Ehe mit der ambitionierten Mittelschullehrerin scheint nicht allzu glücklich bis eines Tages die junge Alice den Laden betritt und dort eine Notiz hinterlässt. Anfänglich handelt es sich nur um harmlose Hirngespinste von der schönen Alice, in die sich Artur verliert. Doch schon bald werden seine erotischen Fantasien mit Alice zur Wirklichkeit und Artur fühlt sich so lebendig und glücklich wie schon lange nicht mehr, wäre da nicht plötzlich diese Leiche. Von da an nimmt alles seinen Lauf und die Geschichte wird von Mal zu Mal skurriler.

Fazit: Fians Roman ist spannend, trotz seiner manchmal etwas derben Ausdrucksweise. Die Entwicklung der Geschichte und auch Arturs Persönlichkeit haben mich nicht mehr losgelassen.
Der Schreibstil ist flüssig und Fians schwarzer Humor kommt nicht zu kurz.

Empfehlung: Für all jene, die gerne auch mal ein etwas ungewöhnlicheres Buch in die Hand nehmen.

30.1.15

Die Lebenden und Toten von Winsford

von Håkan Nesser

Beschreibung:
Maria, eine bekannte schwedische Fernsehmoderatorin, zieht sich über die Wintermonate in ein abgelegenes Haus ins feuchtkalte englische Exmoor zurück. Sie will ihr bisheriges Leben überdenken und Pläne für die Zukunft schmieden. Ihre Ehe mit einem bekannten Literaturprofessor scheint sie nicht ausgefüllt zu haben. Was ist überhaupt mit ihrem Ehemann passiert? Lebt er noch oder ist er auf tragische Weise ums Leben gekommen, wie man langsam erahnen kann? Und was hat Maria mit seinem „Verschwinden“ zu tun? Nach und nach erfährt man die ganze Wahrheit, eine Wahrheit, die in tiefe Abgründe blicken lässt…