22.2.19

Die Stille meiner Worte

von Ava Reed

Hannahs eineiige Zwillingsschwester Izzy ist bei einem verheerenden Unfall gestorben. Seither spricht sie nicht mehr. Einziger Halt ist Izzys Kater Mo, der seit dem Unglück nicht mehr von Hannahs Seite weicht. Als die Eltern keinen Ausweg mehr wissen, melden sie Hannah in einem Internat an, das spezialisiert ist auf traumatisierte Jugendliche. Bevor es dorthin geht, steht erst einmal Ferienlager auf dem Programm. Hannah freundet sich mit Levi an, der in Kürze die Schule verlassen muss. Er hat keinen Kontakt mehr zu seiner drogensüchtigen Mutter und dem ebenfalls drogensüchtige Bruder. Langsam und zaghaft fasst Hannah Vertrauen zu ihm. Sie freundet sich auch mit zwei Mädchen aus der Gruppe an. Nachdem sie zusammen mit Levi den Unfallort besucht hat, beginnt sie wieder zu sprechen. Langsam beginnt der Heilungsprozess. Die amerikanische Autorin schreibt auf Deutsch. Als Leserin wird man den High-School-Eindruck nicht los, ohne dass ich weiß, worin er sich manifestiert. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Hannah und Levi erzählt. Dazwischen gestreut sind Briefe an die tote Zwillingsschwester, die Hannah schreibt und verbrennt.

Mein Fazit: 
Sehr poetischen Buch, spannend, emotional. Wunderbares Titelbild. Themen: jeder hat sein Päckchen zu tragen dadurch wird es für alle leichter. Schuld? Verzeihen können? Neu anfangen? Der Kater als Therapeut.

Meine Empfehlung: 
Muss dringend im Jugendbuchregal eingeräumt werden!

15.2.19

Dieser wilde Ozean, den wir Leben nennen

von Elisabeth Steinkellner

Beschreibung:
Eine einmalige Begegnung reicht aus, dass Simon ihn nicht vergessen kann, den Lockenkopf aus dem Zug. Immer wieder malt er sich aus, wie es wohl wäre, ihn wiederzusehen. Da er ihn einfach nicht vergessen kann, fährt Simon in den Ferien spontan in die Stadt, in der Paulus studiert. Dort macht er sich auf die Suche nach ihm – damit seine Tagträume endlich Realität werden können. Doch mit nichts als einem Vornamen gestaltet sich das Vorhaben als nicht ganz so einfach.
Antonias Leben fühlt sich viel zu sehr nach einem Trümmerhaufen an. Seit der Sache mit ihrem Bruder hat sich alles verändert – und das nicht zum Positiven. Die einfachsten Dinge scheinen plötzlich unmöglich und darüber zu reden kommt sowieso nicht infrage.

8.2.19

Die Unmöglichkeit des Lebens

von Robin Stevenson

Der Roman steigt ein wie ein Pärchen auf dem Gelände einer Brücke steht und der Junge in die Tiefe springt. Jeremy überlebt den 90-Meter-Sprung oder Sturz mittelschwer verletzt. In Rückblenden und aus der Perspektive seiner Freundin wird die Chronologie der Ereignisse erzählt, die zu dem folgenschweren Sprung geführt haben. Im Zentrum des Romans steht die Schuldfrage. Hätte Mel Jeremy aufhalten können? Sie selber ist es, die sich zermartert an dieser Frage, dessen Antwort ihrer Meinung nach ja lautet. Sie hat die Zeichen gesehen aber ignoriert. Jeremy lebt ebenfalls mit einer großen Schuld. Sein Bruder Lucas ist bei einem Badeunfall ertrunken. Er hätte auf ihn aufpassen sollen, hat das aber nach einem Streit einfach gelassen. Sein Vater scheint an dem Unfall zerbrochen und hat die Familie verlassen und sogar den Kontakt zu ihr abgebrochen.

1.2.19

Keinland

von Jana Hensel

Nadja, eine Journalistin aus Berlin, Mitte 30, bekommt den Auftrag vom Chefredakteur, eine Reportage über Länder zu schreiben, wo es Mauern gibt. Da sie aus der DDR stammt, kennt sie sich ja mit Mauern aus. Eine der Stationen ihrer Reise ist Israel. Im Laufe ihrer Recherchen trifft sie auf den aus Frankfurt gebürtigen Unternehmer Martin Stern, der in Tel Aviv lebt. Sie vereinbaren einen Interviewtermin. Sie reist nach Tel Aviv und verliebt sich in ihn. Martin ist ein attraktiver Mann, Mitte 50, der schon mit unzähligen Frauen zusammen war, doch bei keiner ist er geblieben. Er ist Sohn von Holocaustüberlebenden, die später aus dem kommunistischen Polen fliehen mussten. Die Romanhandlung setzt ein Jahr später ein, an dem Tag, als Martin sie verlässt. In Rückblenden wird ihre Liebesgeschichte erzählt. Die beiden reisen durch Israel und kommen sich näher.