23.7.21

Nils geht

von Gabi Kreslehner
März 2020 (Tyrolia), 144 Seiten

Wohin gehst du, Nils? möchte man fragen. Wann kommst du wieder? Die österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin Gabi Kreslehner ist bekannt für ihre Nicht-Angst vor Tabuthemen und für ihren – gewöhnungsbedürftigen, meiner Meinung nach aber gewöhnungsfähigen – Schreibstil. In ihrem aktuellen Roman vermischt sie Verhörprotokolle von Polizeipsychologen mit einer Mobbing-Geschichte.

Nils und Sara kennen sich seit Kindertagen, ihre Mütter sind gut befreundet, sie gehen in dieselbe Klasse. „Eigentlich mochte ich ihn gar nicht“, sagt Sara. In der Klasse geben Jo, Fadi, Rasmus und die schöne Mila den Ton an. Nils wird gemobbt. „Detlef“ sagen sie zu ihm und werfen seinen Rucksack durch die Gegend. Mathelehrer Paulsen kommt auf die geniale Idee, Nils als Milas Mathe-Nachhilfelehrer zu engagieren. Und Mila schafft die letzte große Prüfung mit Nils‘ Hilfe. Und sie schafft noch mehr: Sie sagt sich von der famosen Clique los. Das kann Jo, der in sie verliebt ist, besser gesagt, der sie haben will, nicht auf sich sitzen lassen. „Alle auf Nils!“ lautet die Parole. Weil der eine Abreibung verdient hat. Gemeinsam lauern sie ihm auf, der Rest der Klasse weiß Bescheid. Keiner greift ein, der Angriff wird auf YouTube hochgeladen. Lehrpersonen, die eingreifen? Fehlanzeige. Da bekommt Nils eine unerwartete Gelegenheit, sich zu rächen.

Mein Fazit:
Eine schnell und leicht zu lesende Geschichte, wenn man den Einstieg geschafft hat. Das Thema Mobbing wird ungeschminkt und ungeschönt behandelt, als Leser*in hat man oft das Gefühl, eingreifen zu müssen. Das tut keine*r von den Progatonist*innen.

Empfehlung:
Aufgrund der Aktualität des Themas und der wirklich guten und glaubwürdigen Geschichte gerne allen Bibliotheken empfohlen.

Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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