26.8.22

Tête-à-Tête

von Martin Walker
April 2022 (Diogenes), 400 Seiten

Hier haben wir den neuesten Fall für Bruno, den Chef de Police, genau genommen ist das schon das vierzehnte Buch. Viele kennen diese Reihe wahrscheinlich schon und wissen genau, dass sie sich keinen reißerischen Krimi erwarten dürfen. Was man aber ganz sicher immer noch vorfindet, ist ein aktuelles Thema und eine gute und genaue Recherche.

Diesmal wird Bruno mit einem Leichenfund konfrontiert, der ihn zu einem lang zurückliegenden Vermisstenfall führt. Und die heutigen Möglichkeiten einer Rekonstruktion des Schädels wecken im Dorfpolizisten neue Zuversicht, den Fall nun endlich zur Aufklärung zu bringen. Die junge Forscherin, die sich mit diesem Exemplar abmüht und hartnäckig am Ball bleibt, wenn es gilt ungeahnte Möglichkeiten bis ans Letzte auszuschöpfen, schafft für uns einen guten Einblick in neue Technologien und Techniken. Daneben erleben wir mit Bruno das besondere Flair dieses Dorfes im französischen Süden, das geprägt wird von vielen freundlichen Charakteren, die wir schon seit längerer Zeit kennen und ins Herz geschlossen haben. Ich brauche nicht zu erklären, dass Bruno den Fall lösen wird, das erwartet jeder Leser. Aber was ich unbedingt herausheben möchte, ist die brandheiße Aktualität der Nebengeschichte, die in diesem heißen Sommer doch jedem unter die Haut gehen muss. Ein bedeutender Waldbrand bedroht das Dorf und dessen Bewohner. Da lebt man die Sorgen mit, wenn sie die eigene Bleibe verlassen müssen. Und was der Autor sehr gut schafft, ist, uns mitzunehmen bei den Löscharbeiten, um mitzuerleben, wie bedrohlich es von einem Augenblick zum anderen werden kann und wie sich die Löschmannschaften für uns alle in Gefahr begeben. Für mich ein Teil der Geschichte, der viel Respekt und Hochachtung für die Feuerwehr und alle ehrenamtlichen Helfer bei mir bewirkt, da alle bei ihren Aufgaben alles geben und bis ans Äußerste gehen, um die Gefahr abzuwenden.

Mein Fazit:
Ein freundlicher Krimi, bei dem nicht unbedingt der Mordfall im Mittelpunkt steht. Vielmehr sehe ich ihn als eine Hommage an jene, die in jeder Region, auch bei uns, für das Heil der Anderen sorgen.

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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