17.12.21

Die Nachricht

von Doris Knecht
Juli 2021 (Hanser), 256 Seiten

Ruth lebt als Drehbuchautorin allein in dem Haus, das ihr vor vier Jahren verunglückter Mann für seine Familie gebaut hat, die Kinder sind fast erwachsen. Ruths Geschichte mit dem Psychologen Simon ist wie ein Lichtschalter, den man ein- und ausknipst. Aber egal. Wenn der Lover nicht macht, was er soll, gibt es den Freundeskreis.

Alles geht seinen Gang, bis Ruth unflätige Nachrichten von verschiedenen Scheinprofilen auf Messenger bekommt – anderes als den „üblichen Mist“. Nicht nur sie, alle möglichen Leute aus ihrer Umgebung erfahren über die – Ruth bestens bekannte – Untreue ihres verstorbenen Mannes und über ihren scheinbar so liederlichen Lebenswandel. Angenehm ist das nicht, und so beschließt Ruth, der Sache auf den Grund zu gehen.

Mein Fazit:
Ich weiß nicht, ist es Doris Knechts unaufgeregte Sprache, ihre unnachahmliche Art, in Beziehungen die tiefsten Abgründe auszuspionieren, ist es die altersmäßige Nähe, die ich persönlich zu den Figuren habe – keine Ahnung! Ich liebe einfach alles, was sie schreibt. Vor lauter Fanatismus habe ich sogar die gesamte unveröffentlichte Fahne auf dem Computer gelesen. Eine wunderbar unspektakuläre Geschichte.

Empfehlung:
Bibliotheken ohne Buch von Doris Knecht sollte es gar nicht geben.

Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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